Es gibt eine so umfangreiche Literatur über die Große Revolution, einschließlich der Memoiren fast aller führenden Persönlichkeiten, die bis in die Neue Ära überlebt haben, daß ein weiteres Buch, welches von den dramatischen Ereignissen und Umständen jener umwälzenden Epoche und Wiedergeburt berichtet, eigentlich überflüssig erscheint. Die Turner Tagebücher jedoch, welche uns einen Einblick in die Hintergründe der Großen Revolution verschaffen, sind aus zwei Gründen für uns von unschätzbarem Wert:
1) Es handelt sich um ziemlich ins Detail gehende, fortlaufende, tägliche Aufzeichnungen der Ereignisse eines Teils der Kampfjahre kurz vor dem Höhepunkt der Revolution. Deswegen sind sie frei von Verzeichnungen, welche oft bei Rückblicken gemacht werden. Obgleich es auch Tagebücher anderer Teilnehmer in dieser gewaltigen Auseinandersetzung gibt, sind keine der bisher veröffentlichten so genau und vollständig wie die von Turner.
2) Sie sind aus der Sicht eines einfachen Mitgliedes der Organisation geschrieben und obgleich sie infolgedessen manchmal einen engen Blickwinkel haben, stellen sie doch ein gänzlich unbefangenes Dokument dar. Im Gegensatz zu den Aufzeichnungen, welche uns einige Führer der Revolution überliefert haben, war dem Autor nicht daran gelegen, in die Analen der Geschichte einzugehen. Beim Lesen der folgenden Seiten bekommen wir ein besseres Verständnis als aus jeder anderen Quelle, über die wahren Gedanken und Gefühle der Männer und Frauen, deren Kampf und Opfer unsere Rasse im Augenblick der tödlichen Gefahr gerettet und damit die neue Zeit begründet haben.
Earl Turner, der diese Tagebücher schrieb, wurde im Jahre 43 vor der neuen Zeitrechnung (VNZ) in Los Angeles geboren. Das war der Name eines riesigen Großraumes an der Westküste des nordamerikanischen Kontinents, der heute die Städte von Eckartsville und Wesselton und weite ländliche Gebiete umfaßt. Earl wuchs im Gebiet von Los Angeles auf und wurde zum Elektrotechniker ausgebildet.
Nach seiner Ausbildung ließ er sich in der Nähe der Stadt Washington nieder, die damals die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika war. Dort war er in der Forschungsabteilung einer Elektronikfirma beschäftigt.
In der Organisation wurde er erstmals im Jahre 12 VNZ aktiv. Zur Zeit des Beginns dieser Aufzeichnungen im Jahre 8 VNZ (1991 nach der alten Zeitrechnung), war Turner 35 Jahre alt und hatte keine Lebensgefährtin.
Diese Tagebücher umspannen kaum zwei Jahre im Leben von Earl Turner, dennoch verschaffen sie uns die enge Bekanntschaft mit einem Mann, dessen Name im Buch der Märtyrer verewigt ist. Allein aus diesem Grund sollten seine Worte für uns alle eine besondere Bedeutung haben, da wir während unserer Schulzeit die Aufgabe hatten, die Namen aller Märtyrer auswendig zu lernen, welche uns im heiligen Buch durch unsere Vorfahren überliefert wurden.
Turners Tagebücher bestehen in handschriftlicher Form aus fünf großen, in Leinen gebundenen, voll geschriebenen "Hauptbüchern" und ein paar Seiten eines angefangenen sechsten Buches. Zwischen den Buchseiten befinden sich viele lose Einlagen und Notizen, die Turner offensichtlich an den Tagen geschrieben hat, an denen er von seinem Stützpunkt abwesend war, um sie später seinen festen Aufzeichnungen beizufügen.
Die Berichte wurden letztes Jahr zusammen mit einer Fülle von anderem geschichtlich wichtigem Material entdeckt. Gefunden wurden sie von der gleichen Gruppe des historischen Institutes unter der Leitung von Prof. Charles Anderson, die vorher die östliche Kommandozentrale der Revolution bei den Ausgrabungen nahe der Ruinen von Washington freigelegt hat. Es ist wohl angebracht, daß diese jetzt anläßlich der 100. Wiederkehr der großen Revolution der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
A.M.
New Baltimore
Im April 100
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