Die Turner-Tagebücher

Kapitel 6


13. Oktober 1991: Gestern um 9.15 Uhr ging unsere Bombe im Gebäude des FBI-Hauptquartiers hoch. Die Sorge die wir wegen ihrer relativ geringen Größe hatten, war unbegründet; die Beschädigungen sind ungeheuer groß. Wir haben sicherlich den Betrieb im FBI-Hauptquartier für mindestens die nächsten Wochen weitgehend unterbrochen, und es sieht so aus, als ob wir auch unser Ziel, den neuen Computerkomplex zu zerstören, erreicht haben.

Mein gestriger Arbeitstag fing kurz vor 5 Uhr damit an, daß ich Ed Sanders dabei half, in der Garage von Einheit 8 Ammoniak-Nitrat-Kunstdünger mit Heizöl zu mischen. Wir stellten die 100-Pfund-Säcke nebeneinander auf und stachen oben mit einem Schraubenzieher ein kleines Loch hinein, gerade groß genug um die Spitze eines Trichters hineinzustecken. Während ich den Sack und den Trichter hielt, goß Ed eine Gallone Öl hinein.

Dann klebten wir ein großes quadratisches Stück Klebeband über das Loch und ich drehte den Sack von oben nach unten, um den Inhalt zu mischen, während Ed seine Ölkanne aus dem Versorgungsrohr der Heizung wieder auffüllte. Wir brauchten für alle 44 Säcke fast drei Stunden, und diese Arbeit hat mich wirklich ausgelaugt.

Währenddessen waren George und Henry unterwegs, um einen Lastwagen zu stehlen. Für nur 2 1/2 Tonnen Sprengstoff brauchten wir keinen großen Sattelschlepper, so entschlossen wir uns für einen Lieferwagen, der einer Firma für Bürobedarf gehörte. George und Henry folgten einfach diesem Lastwagen mit unserem Auto bis er hielt, um eine Lieferung abzuladen. Als der Fahrer -- ein Neger -- die Rückwand des Lastwagens öffnete und hineinstieg, schwang sich Henry zu ihm hinein und erledigte ihn schnell und lautlos mit seinem Messer.

Dann fuhr Henry den Lastwagen zur Garage und George folgte ihm im Auto. Sie stießen gerade rückwärts herein als Ed und ich mit unserer Arbeit fertig wurden. Sie waren sich sicher, daß niemand auf der Straße etwas bemerkt hatte.

Wir benötigten noch eine weitere halbe Stunde, um etwa eine Tonne von Vervielfältigungspapier und verschiedenem anderem Bürobedarf abzuladen. Dann schichteten wir vorsichtig die Kisten mit Dynamit und die Säcke mit dem empfindlich gemachten Kunstdünger im Wagen auf. Zum Schluß verlegte ich das Kabel und den Schalter der Sprengkapsel durch einen Spalt von der Ladefläche ins Führerhaus. Die Leiche des Fahrers ließen wir hinten auf dem Lastwagen liegen.

George und ich fuhren mit dem Auto zum FBI-Gebäude und Henry folgte uns mit dem Lastwagen. Wir beabsichtigten, in der Nähe der Frachteinfahrten in der 10. Straße zu parken und sie zu beobachten, bis das Frachteingangstor zum Untergeschoß für den nächsten Lastwagen geöffnet würde, während Henry mit "unserem" Lastwagen zwei Häuserblocks weiter entfernt wartete. Wir wollten ihm dann ein Signal mit dem Walkie-talkie geben.

Als wir jedoch am Gebäude vorbeifuhren, sahen wir, daß die Einfahrt zum Untergeschoß offen und niemand in Sicht war. Wir signalisierten dies Henry und fuhren etwa sieben oder acht Häuserblocks weiter, bis wir eine gute Parkgelegenheit fanden. Dann gingen wir langsam zurück und schauten dabei auf unsere Uhren.

Wir waren noch zwei Häuserblocks entfernt, als der Gehsteig heftig unter unseren Füßen erzitterte. Einen Augenblick später traf uns die Welle der Explosion -- einem ohrenbetäubenden Knall folgte ein gewaltiges dröhnendes und krachendes Geräusch, verstärkt durch den hohen Ton von berstendem Glas um uns herum.

Die Glasfenster des Ladens neben uns und von Dutzenden anderen, die entlang der Straße lagen, waren durch die Explosion rausgeflogen und zersplittert. Ein glitzernder und tödlicher Regen aus Glas fiel für ein paar Sekunden unablässig von den oberen Stockwerken nahegelegener Gebäude auf die Straße, als eine pechschwarze Säule von Rauch vor uns in den Himmel schoß.

Wir rannten an den letzten zwei Häuserblocks vorbei und waren darüber bestürzt, daß das FBI-Hauptquartier auf den ersten Blick völlig intakt schien -- außer der Tatsache natürlich, daß die meisten Fenster zerstört waren. Wir gingen auf die an der 10. Straße liegende Gütereinfahrt zu, an der wir vor ein paar Minuten vorbeigefahren waren. Dichter, würgender Rauch stieg aus der Rampe, die in das Untergeschoß führte. Dort hineinzukommen wäre unmöglich gewesen.

Dutzende von Leuten flitzten am Frachteingang zum inneren Hof herum, einige gingen hinein und andere kamen heraus. Viele bluteten heftig aus Schnittwunden und alle hatten einen zu Tode erschrockenen oder einen wie benommen verständnislosen Gesichtsausdruck. George und ich atmeten tief durch und eilten durch die Einfahrt. Niemand hielt uns an oder warf auch nur einen Blick auf uns.

Den Anblick, den der Innenhof bot, war der einer völligen Verwüstung. Wie wir jetzt sahen, war der ganze Flügel des Gebäudes an der Pennsylvania Avenue zusammengestürzt, teilweise in den Hof und teilweise auf die Pennsylvania Avenue. Im Pflaster des Hofes gleich hinter den Trümmern des eingestürzten Mauerwerkes gähnte ein riesiges Loch, und gerade aus diesem stieg größtenteils die Säule von schwarzem Rauch auf.

Umgestürzte Lastwagen und Autos, zerschmetterte Büromöbel und Gebäudetrümmer lagen wild verstreut herum -- und ebenfalls eine erschreckend große Anzahl von Leichen. Über allem hing eine Wolke von schwarzem Rauch, der den sonnigen Morgen in ein Halbdunkel verwandelte und in unseren Augen und Lungen brannte.

Wir machten ein paar Schritte in den Hof, um besser abschätzen zu können, welchen Schaden wir angerichtet hatten. Wir mußten durch ein bis zur Hüfte reichendes Meer von Papier waten, welches zu unserer Rechten aus einem riesigen Wirrwarr von schätzungsweise tausend Aktenschränken herausgeflossen war. Es sah so aus, als hätten sie sich wie ein Strom von einem der oberen Stockwerke des zusammengestürzten Flügels in den Hof ergossen, und jetzt lag da ein sechs Meter hoher und 30 bis 35 Meter langer Haufen von zerschmetterten und auseinander gefallenen Aktenschränken, durchsetzt mit ihrem ausgespuckten Inhalt, der sich noch bis hinter den Haufen ausgebreitet hatte, so daß fast der ganze Innenhof mit Papier bedeckt war.

Als wir erfüllt von einer Mischung aus Schrecken und freudiger Erregung die Verwüstung mit aufgerissenem Mund anstaunten, erschien plötzlich ein paar Fuß von uns entfernt Henry's Kopf. Er kletterte aus einer Lücke in dem Haufen der zerschmetterten Aktenschränke heraus. Wir waren beide darüber ziemlich erschrocken, weil er den Umkreis hätte verlassen sollen, sobald er den Lastwagen geparkt hatte, um dann auf uns am vereinbarten Treffpunkt zu warten, wo wir ihn holen sollten.

Er erklärte uns, daß im Untergeschoß alles so glatt vonstatten ging, daß er beschlossen hatte, in der Umgebung auf die Explosion zu warten. Er hatte den Schalter zur Schaltuhr des Zünders betätigt, als er die Rampe in das Gebäude hinunterfuhr, damit er bei eventuell eintretenden Schwierigkeiten seinen Entschluß nicht mehr ändern könnte. Aber es ergaben sich keine Schwierigkeiten. Er wurde nicht aufgefordert, anzuhalten, nur ein schwarzer Wachmann winkte ihm lässig zu, als er in das Untergeschoß fuhr. Zwei andere Lastwagen wurden an einer Laderampe entladen, aber Henry fuhr an ihnen vorbei und hielt mit seinem Lastwagen so nah unter dem Zentrum des Gebäudeflügels an der Pennsylvania Avenue, wie es nur möglich war.

Er hatte einen gefälschten Satz von Lieferscheinen bei sich, um sie demjenigen auszuhändigen, der danach fragen sollte, aber niemand tat das. Er lief an dem unaufmerksamen Wachmann vorbei zur Rampe und hinaus auf die Straße.

Er wartete an einer öffentlichen Telefonzelle bis eine Minute vor dem Zeitpunkt, an dem die Explosion fällig war, und machte dann einen Anruf zur Nachrichtenredaktion der Washington Post. Seine kurze Mitteilung war diese: "Vor drei Wochen haben Sie und ihresgleichen Carl Hodges in Chicago ermorden lassen. Wir sind jetzt dabei, die Rechnung mit ihren Kumpanen von der politischen Polizei zu begleichen. Bald werden alle anderen Verräter folgen. Es lebe das weiße Amerika!"

Das sollte sie soweit aufscheuchen, um damit ein paar gute Schlagzeilen und Leitartikel zu provozieren.

Henry war uns bei der Rückkehr zum FBI-Gebäude um weniger als eine Minute zuvorgekommen, aber er hatte diese Minute gut genutzt. Er zeigte auf ein paar hellere gräuliche Rauchkringel, die aus dem Wirrwarr von zerschmetterten Aktenschränken aufstiegen, aus dem er gerade auftauchte und blitzte uns grinsend an, als er sein Feuerzeug wieder in seine Tasche steckte. Henry ist eine Ein-Mann-Armee.

Als wir gerade weg wollten, hörte ich ein Stöhnen, schaute nach unten und sah eine etwa 20-jährige junge Frau, die halb unter einer Eisentüre und anderen Trümmern lag. Ihr hübsches Gesicht war verschrammt und verschmiert, und sie schien nur halb bei Bewußtsein zu sein. Ich hob die Tür von ihr ab und sah, daß das eine Bein unter ihr zerquetscht und schwer gebrochen war, daß Blut aus einer klaffenden Schnittwunde an ihrem Schenkel spritzte.

Schnell entfernte ich den Gürtel von ihrem Kleid und band damit den Schenkel ab. Der Blutstrom wurde etwas langsamer, hörte aber nicht ganz auf. Dann riß ich ein Stück Stoff von ihrem Kleid ab, faltete es zu einer Kompresse und drückte sie auf die Wunde, während George seine Schnürsenkel rauszog und damit die Kompresse festband. So behutsam wie möglich hoben George und ich die junge Frau auf und trugen sie zum Gehsteig. Sie stöhnte laut, als sich ihr gebrochenes Bein gerade richtete.

Das Mädchen schien außer der Beinverletzung keine weiteren ernsten Verletzungen zu haben und wird wahrscheinlich überleben. Das werden viele andere jedoch nicht. Als ich mich bückte, um die Blutung bei der jungen Frau zu stillen, bemerkte ich zum erstenmal auch das Stöhnen und Schreien Dutzender anderer verletzter im Hof verstreuter Personen. Keine 5 Meter entfernt, lag unbeweglich eine andere Frau mit blutverschmiertem Gesicht und einer klaffenden Wunde an einer Seite des Kopfes -- ein schrecklicher Anblick, den ich immer noch lebhaft vor mir sehe.

Nach den letzten Meldungen wurden ungefähr 700 Personen durch die Explosion getötet oder starben hinterher in den Trümmern. Das schließt schätzungsweise 150 Personen ein, die sich zur Zeit der Explosion im Untergeschoß aufhielten, aber deren Leichen noch nicht geborgen wurden.

Es werden wahrscheinlich mehr als zwei Wochen vergehen, bis man genug Trümmer beseitigt hat, um wieder vollen Zugang zu diesem Untergeschoß zu haben, sagte der Nachrichtenansager im Fernsehen. Durch diese und andere Nachrichten, die wir gestern und heute gehört haben, kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die neue Computerbank im Untergeschoß entweder total zerstört oder aber doch sehr schwer beschädigt wurde.

Gestern haben wir den ganzen und heute fast den ganzen Tag die Berichterstattung am Fernseher verfolgt, wie die Rettungsmannschaften dabei waren, die Toten und Verletzten aus dem Gebäude zu bringen. Es ist eine schwere Last der Verantwortung, die wir da zu tragen haben, denn die meisten der Opfer unseres Bombenanschlages waren auch nur Schachfiguren, von denen die meisten dem System mit seiner kranken Philosophie und seinen rassenzerstörerischen Zielen auch nicht mehr angehörten als wir.

Aber es gibt keinen anderen Weg das System zu zerstören, ohne diesen Tausenden unschuldigen Leuten weh zu tun. Es ist ein Krebsgeschwür, das viel zu tief in unser Fleisch eingewachsen ist. Und wenn wir nicht das System zerstören, bevor es uns zerstört -- wenn wir dieses Krebsgeschwür nicht aus unserem gesunden Fleisch herausschneiden -- wird unsere ganze Rasse aussterben.

Wir haben uns darüber schon vorher oft Gedanken gemacht, aber wir sind alle fest davon überzeugt, daß das was wir tun, gerechtfertigt ist, wenn wir auch bedauern, daß unsere eigenen Mitmenschen auf Grund unserer Aktionen so stark zu leiden haben. Aber alles kommt ja nur deswegen, weil die Amerikaner so viele Jahre hindurch nicht willens waren, unangenehme Entscheidungen zu treffen. Nur dadurch sind wir jetzt dazu gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, die in der Tat hart sind.

Und ist das nicht der Schlüssel zu dem ganzen Problem? Die Verdorbenheit, die unsere Menschen durch die jüdisch-liberale-demokratische Gleichheitspest befallen hat, wird am deutlichsten in unserer Schwachköpfigkeit und der mangelnden Bereitschaft, die zwingenden Tatsachen des Lebens anzuerkennen.

Der Liberalismus ist im Grunde eine weibische, unterwürfige Weltanschauung. Vielleicht ist kindisch die treffendere Bezeichnung für diese Eigenschaft. Es ist die Weltanschauung von Männern, die nicht die moralische Festigkeit und geistige Stärke haben, um sich allein dem Lebenskampf zu stellen; die sich nicht auf die Realität einstellen können, daß die Welt kein riesiger rosa und blau ausstaffierter Kindergarten ist, in dem sich die Lämmer zu den Löwen legen und alle fortan glücklich und zufrieden miteinander leben.

Sogar wenn die Welt so sein könnte, sollten sich geistig gesunde Männer unserer Rasse eine solche nicht wünschen. Das ist eine uns fremde, im Grunde genommen orientalische Art sich dem Leben zu stellen, eher die Weltanschauung von Sklaven, als die freier Männer des Abendlandes.

Aber der Liberalismus hat unsere ganze Gesellschaft durchdrungen. Selbst jene, die nicht bewußt die liberalen Lehren angenommen haben, wurden von ihm korrumpiert. Jahrzehnt um Jahrzehnt hat sich das Rassenproblem in Amerika verschärft. Aber die Mehrheit derjenigen, die ein weißes Amerika erhalten wollen, war niemals fähig, sich ein Herz zu fassen und der unverkennbaren Lösung ins Auge zu schauen.

Alles was die Liberalen und Juden zu tun brauchten, war ein Geschrei wegen "Unmenschlichkeit", "Unrecht" oder "Völkermord" anzustimmen, und die meisten unserer Mitmenschen, die in Bezug auf eine Lösung nur um den heißen Brei herumgeredet hatten, gaben Fersengeld wie geängstigte Hasen. Da sich niemals ein Weg fand, das Rassenproblem so zu lösen, daß er "gerecht für jedermann" sein könnte oder es möglich war, alle davon Betroffenen höflich zu überreden, ihn ohne Vorbehalte und Umschweife anzunehmen, haben die Amerikaner versucht, das Problem zu umgehen in der Hoffnung, daß es sich von allein lösen würde. Das gleiche gilt auch für das jüdische, das Einwanderungs, Überbevölkerungs, Erbgesundheits, und tausend andere verwandte Probleme.

Ja, die Unfähigkeit, den Tatsachen ins Auge zu schauen und schwierige Entscheidungen zu treffen, ist das hervorstechende Symptom bei der Krankheit des Liberalismus. Immer versucht, im Moment eine kleine Unerfreulichkeit zu vermeiden, die aber später größere unvermeidbar macht, immer jede Verantwortlichkeit der Zukunft gegenüber zu vermeiden -- das ist die Art liberaler Gedankengänge.

Doch nichts desto weniger, jedesmal wenn sich die Fernsehkamera auf eine jämmerlich verstümmelte Leiche irgend eines armen Mädchens -- oder sogar eines FBI-Angehörigen -- die man gerade aus den Trümmern zieht, richtet, verkrampft sich mein Magen und ich kann kaum atmen. Es ist eine schreckliche, äußerst schreckliche Aufgabe, die wir vor uns haben.

Und es ist bereits klar, daß die gesteuerten Medien die Öffentlichkeit davon zu überzeugen suchen, daß das, was wir tun, schrecklich ist. Sie heben ganz bewußt das Leiden hervor, daß wir verursacht haben, mit der Einblendung von blutrünstigen Nahaufnahmen und tränenreichen Interviews mit den Verwandten der Opfer.

Die Reporter stellen Suggestivfragen wie, "Was für eine unmenschliche Art von Bestien könnte so etwas ihrer Tochter angetan haben?" Sie haben ganz offensichtlich den Beschluß gefaßt, den Bombenanschlag auf das FBI-Gebäude als die Greueltat des Jahrhunderts hinzustellen.

Und in der Tat, es war ein Akt von noch nie dagewesenem Ausmaß. Alle Bombenanschläge, Brandstiftungen und Morde, welche die Linke in diesem Land durchgeführt hat, waren im Vergleich damit eher Schmalspurunternehmungen.

Bezeichnend aber war der Unterschied in der Stellungnahme der Nachrichtenmedien dazu! Ich erinnere mich an eine lange Kette von marxistischen Terroranschlägen vor 20 Jahren, während des Krieges in Vietnam. Eine ganze Anzahl von Regierungsgebäuden war in Brand gesetzt worden oder man hatte Sprengstoffanschläge darauf verübt, wobei zahlreiche unbeteiligte Passanten getötet wurden, aber die Presse stellte diese Dinge immer als idealistische Taten des "Protestes" hin.

So gab es eine bewaffnete Bande revolutionärer Neger, die sich "Black Panthers" nannten. Jedesmal, wenn sie sich ein Feuergefecht mit der Polizei geliefert hatten, wurden durch die Presse und das Fernsehen tränenreiche Interviews mit den Familien der schwarzen Bandenmitglieder, die getötet wurden, gemacht -- aber nicht mit den Witwen der Polizisten. Und wenn eine Negerin vor Gericht stand, die der kommunistischen Partei angehörte und dabei geholfen hatte, eine Schießerei im Gerichtsaal zu planen und sogar die Schrotflinte dazu besorgt hatte, mit welcher der Richter ermordet wurde, dann organisierte die Presse eine Jubelgruppe und versuchte, eine Volksheldin aus ihr zu machen.

Nun, wie Henry die Washington Post gestern gewarnt hat, werden wir bald anfangen, die Rechnung zu begleichen. Eines Tages werden wir eine wahre amerikanische Presse haben, aber vielen Zeitungsherausgebern müssen vorher erst die Hälse durchgeschnitten werden.

16. Oktober: Ich bin wieder zurück bei meinen alten Freunden in Einheit 2. Diese Zeilen werden bei Laternenlicht in der Unterkunft geschrieben, die man für mich und Katherine auf dem Heuboden ihrer Scheune eingerichtet hat. Es ist ein bißchen kalt und primitiv, aber zumindest haben wir eine uneingeschränkte Privatsphäre. Das ist das erste mal, daß wir eine ganze Nacht für uns selbst hatten.

Übrigens sind wir nicht hierher gekommen, um im Heu herumzu-tollen, sondern um eine Ladung Munition abzuholen. Die Jungs von Einheit 8, die letzte Woche hier herauf geschickt wurden, um Sprengstoff für die FBI-Sache zu besorgen, waren zumindest teilweise erfolgreich: sie haben zwar nicht Sprengstoff in großen Mengen ergattert, -- und mit der Beute kamen sie zu spät und wurden dabei fast getötet -- aber sie haben dabei einen ziemlich großen "Glückstopf" mit verschiedenerlei militärischem Feldzeug für die Organisation beschafft.

Sie haben mir das nicht in allen Einzelheiten erzählt, aber wie ich hörte, waren sie in der Lage, mit einem 2-1\2-Tonnen-Lieferwagen in das Versuchsgelände von Aberdeen zu fahren, ihn mit Munition zu beladen und wieder herauszukommen -- mit der Hilfe einer unserer Leute, der drinnen vor Ort war. Unglücklicherweise wurden sie dann beim Überfall auf einen Lagerbunker überrascht und mußten sich den Weg zurück freischießen. Dabei wurde einer von ihnen sehr schwer verwundet.

Sie brachten es fertig, ihren Verfolgern zu entwischen und bis zur Farm von Einheit 2 in der Nähe von Baltimore zu kommen. Seitdem halten sie sich hier versteckt. Der Mann, der beschossen wurde, starb fast durch Schock und hatte starken Blutverlust, lebenswichtige Organe aber wurden nicht verletzt, und im Moment sieht es so aus, als wenn er es durchstehen wird, obwohl er für den Transport immer noch zu schwach ist.

Die beiden anderen beschäftigen sich mit Arbeiten an ihrem Lastwagen, der direkt unter uns geparkt ist. Sie haben ihn umgespritzt und einige andere Änderungen gemacht, damit man ihn nicht wiedererkennen kann, wenn sie irgendwann einmal in Richtung Washington zurückfahren.

Jedoch werden sie den Hauptteil der Munition nicht mit sich zurücknehmen. Fast alles davon wird hier gelagert, um Einheiten in dieser Gegend damit zu versorgen. Der Stab in Washington läßt unserer Einheit den Vortritt, aus diesem Material das benötigte auszusuchen.

Es gibt eine ziemliche Auswahl. Wohl das wertvollste davon sind 30 Kisten Splittergranaten -- das ist ausreichend für 750 Handgranaten! Wir werden davon zwei Kisten mitnehmen.

Dann waren da noch etwa 100 Landminen verschiedener Typen und Größen, sehr geeignet zur Herstellung versteckter Sprengladungen. Wir werden uns zwei oder drei davon heraussuchen.

Und dann sind da noch Zünder und Treiber in Hülle und Fülle vorhanden. Kisten voll mit Zündern für Bomben, Minen, Granaten etc. Acht Rollen Zündschnur, eine Kiste Granaten und eine Menge anderer Kleinigkeiten.

Dabei ist sogar eine allgemein einsetzbare 500-Pfund-Sprengbombe. Bei dem Versuch, sie auf den Lastwagen zu kriegen, haben sie so einen Krach gemacht, daß eine Wache sie hörte. Auch sie werden wir mit uns zurücknehmen. Sie ist mit ungefähr 250 Pfund Tritonal gefüllt, eine Mischung aus TNT und Aluminiumpulver, das wir aus dem Bombengehäuse herausschmelzen können, um es für kleinere Bomben zu verwenden.

Katherine und ich sind sehr glücklich darüber, daß wir diese Fahrt gemeinsam machen konnten, aber die Umstände dazu brachten Schwierigkeiten mit sich. Zuerst bat George, Henry und mich zu fahren, aber Katherine wandte sich dagegen. Sie beklagte sich darüber, daß ihr noch keine Gelegenheit gegeben wurde, an den Aktivitäten unserer Einheit teilzunehmen, und daß sie faktisch während des letzten Monats kaum aus unserem Versteck herausgekommen war. Wie sie sagte, habe sie nicht die Absicht, nur der Koch und die Haushälterin für die Übrigen zu sein.

Nach dem großen Bombenanschlag waren wir alle noch ziemlich reizbar und Katherine wirkte auf uns ein wenig hysterisch -- fast wie eine Emanze. (Hinweis für den Leser: "Die Frauenbewegung" war eine Art von Massenpsychose, die während der letzten drei Jahrzehnte der alten Ära ausbrach. Frauen, die davon befallen waren, verleugneten ihre Weiblichkeit und bestanden darauf, daß sie einfach Menschen wären und nicht Frauen. Das System förderte und ermutigte sie zu dieser Verirrung als ein Mittel zur Aufspaltung unserer Rasse). George beteuerte erregt, daß man sie nicht diskriminiere, daß ihre Make-up und Verkleidungsfähigkeiten besonders wertvoll für unsere Einheit seien, und daß er die Aufgaben nur so zuteile, wie es der Sache am dienlichsten sei.

Ich versuchte, die Wogen etwas zu glätten, indem ich zu bedenken gab, daß es vielleicht besser wäre, wenn ein Mann und eine Frau die Schmuggelladung fahren würden, und nicht zwei Männer. In den letzten zwei Tagen hatte die Polizei im Raum Washington viele Autos wahllos zur Durchsuchung angehalten.

Henry stimmte mit meinem Vorschlag überein und George ging, wenn auch zögernd darauf ein. Doch muß ich leider annehmen, daß er den Verdacht hat, daß Katherines Gefühlsausbruch zumindest teilweise damit zusammenhing, daß sie es vorzog, bei mir zu sein, als den ganzen Tag mit ihm allein gelassen zu werden.

Wir haben unsere Beziehung nicht gerade zur Schau gestellt, aber es ist wahrscheinlich, daß entweder Henry oder George inzwischen vermuten, daß Katherine und ich ein Liebespaar sind. Das bringt eine ziemlich unbehagliche Situation mit sich. Ganz abgesehen von der Tatsache, daß George und Henry beides gesunde und kräftige Männer sind und Katherine das einzige weibliche Wesen unter uns, ist der Erhalt der Disziplin eben eine Angelegenheit der Organisation.

Die Organisation hat das Zugeständnis gemacht, daß, wenn zwei Ehepartner Mitglieder einer Einheit sind, die Ehemänner ein Vetorecht bei jeder Art Anordnung an ihre Frauen haben. Aber außer dieser Sonderregelung unterliegen die Frauen der gleichen Disziplin wie die Männer, und trotz der Zwanglosigkeit, die in fast allen Einheiten vorherrscht, ist jede Übertretung der Disziplin in der Organisation eine äußerst ernste Angelegenheit.

Katherine und ich haben darüber gesprochen und, genausowenig wie wir unsere wachsende Beziehung rein sexuell ohne weitere Verpflichtungen betrachten wollen, neigen wir im Moment auch nicht dazu, sie zu legalisieren. Einerseits müssen wir uns noch viel besser kennenlernen. Zum anderen haben wir beide eine übergeordnete Verpflichtung der Organisation und unserer Einheit gegenüber und wir dürfen nicht irgend etwas leichtfertig tun, das gegen diese Verpflichtung verstoßen könnte.

Nichtsdestoweniger müssen wir so oder so ziemlich bald zu einer Klärung kommen.


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