Die Turner-Tagebücher

Kapitel 27


28. Oktober 1993: Bin gerade aus Baltimore zurückgekommen -- oder aus dem, was davon übriggeblieben ist -- wo ich über einen Monat zugebracht habe. Mit vier anderen von hier beförderte ich einen Stapel tragbarer Radioaktivitätsmeßgeräte hinauf nach Silver Spring, wo wir uns einer Einheit aus Maryland anschlossen und weiter nach Norden in die Nähe von Baltimore fuhren. Da die Hauptstraßen völlig unbefahrbar waren, mußten wir die Hälfte des Weges zu Fuß übers Land zurücklegen. Nur für die letzten Meilen konnten wir wieder einen Lastwagen in Beschlag nehmen.

Obgleich die Bombardierungen schon mehr als zwei Wochen zurück lagen, war die Lage um Baltimore, als wir ankamen, noch fast unbeschreiblich chaotisch. Wir versuchten erst gar nicht, in das ausgebrannte Stadtzentrum zu gelangen, und sogar in den Vororten und den ländlichen Gebieten zehn Meilen westlich des "Nullpunktes" war die Hälfte der Gebäude abgebrannt. Sogar die Nebenstraßen in den Vororten und ihrer Umgebung waren von ausgebrannten Fahrzeugwracks übersät, und fast alle Leute denen wir begegneten waren zu Fuß unterwegs.

Überall sah man Menschengruppen, die wie Aasgeier die zerstörten Läden durchwühlten, und mit Rucksäcken bewaffnet auf den Feldern nach Nahrungsmitteln suchten. Andere schleppten Packen geplünderter oder geborgener Waren -- größtenteils Nahrungsmittel, aber auch Kleider, Baumaterialien, und alles was man sich sonst vorstellen kann -- wie eine Armee von Ameisen hin und her.

Und dann die Leichen! Sie waren noch ein weiterer guter Grund, um den Straßen soweit wie möglich fernzubleiben. Sogar in den Gebieten, wo verhältnismäßig wenig Leute durch die ursprüngliche Explosion und spätere radioaktive Strahlung getötet wurden, lagen die Leichen zu Tausenden verstreut entlang der Straße herum. Es waren fast alles Flüchtlinge aus dem Explosionsgebiet.

In der Nähe der Stadt sah man diejenigen toten Körper liegen die durch den Feuerball stark verbrannt worden waren. Die meisten von ihnen waren nicht mehr in der Lage gewesen, mehr als eine halbe Meile zu laufen, bevor sie zusammenbrachen. Weiter draußen lagen die, die weniger stark verbrannt waren. Und noch weiter draußen auf dem Land lagen die Leichen derjenigen, die den Strahlen erst Tage oder Wochen später erlagen. Man hatte sie alle dort, wo sie umgefallen waren, der Verwesung überlassen, mit Ausnahmen der wenigen Gebiete wo das Militär anscheinend die Ordnung wieder hergestellt hatte.

Wir hatten zu der Zeit unter den Überlebenden im Gebiet von Baltimore nur etwa vierzig Mitglieder der Organisation. Sie waren dort während der ersten Wochen nach der Explosion bei Sabotageaktionen, als Scharfschützen, und anderen Partisanenaktivitäten gegen die Polizei und das Militär eingesetzt gewesen. Dann bemerkten sie allmählich, daß sich die "Spielregeln" verändert hatten.

Sie fanden heraus, daß es nicht mehr nötig war, so versteckt zu operieren, wie sie es zuvor getan hatten. Die Soldaten des Systems erwiderten ihr Feuer nur noch, wenn sie angegriffen wurden, aber nahmen keine Verfolgung mehr auf. Außerhalb einiger Gebiete unternahm die Polizei keine systematische Durchsuchungen von Personen und Fahrzeugen mehr, und auch keine Razzien in Häusern. Die Einstellung schien fast so zu sein; "Macht uns keinen Ärger, dann machen wir auch euch keinen Ärger."

Die Überlebenden unter der Zivilbevölkerung neigten auch dazu, eine viel neutralere Haltung einzunehmen als zuvor. Man fürchtete sich zwar vor der Organisation, trug aber sehr wenig unverhohlene Feindseligkeit zur Schau. Die Menschen wußten natürlich nicht genau, ob wir diejenigen waren, die die Raketen abgefeuert hatten, welche an der Zerstörung ihrer Stadt schuld waren, wie es die Systemnachrichten behaupteten, aber sie schienen fast ebenso dazu zu neigen, das System dafür verantwortlich zu machen, daß das passieren konnte, wie uns.

Der Holocaust im wahrsten Sinne des Wortes, den die Leute dort durchgemacht haben, hat ihnen ganz unabweisbar eines klar gemacht: Das System konnte sich nicht länger für ihre Sicherheit verbürgen. Sie haben nicht einmal mehr eine Spur von Vertrauen in die alte Ordnung; jetzt wollen sie nur noch überleben, und sie würden sich jedem X-Beliebigen zuwenden, der ihnen auch nur ein Weilchen das weitere Überleben sichern könnte.

Da sie diese veränderte Einstellung spürten, hatten unsere Mitglieder damit begonnen, überall in Baltimore unter den Überlebenden in halb-öffentlichen Versammlungen mit gutem Erfolg zu rekrutieren und zu organisieren, so daß das Revolutionskommando dem Versuch, eine kleine befreite Zone westlich der Stadt zu errichten, zustimmte.

Elf von uns, die aus den Vororten Washingtons heraufgekommen waren um zu helfen, legten mit großem Eifer los, und innerhalb von ein paar Tagen hatten wir eine ziemlich gut zu sichernde Verteidigungslinie errichtet, die ungefähr 2000 Häuser und andere Gebäude mit einer Gesamtzahl von fast zwölf Tausend Bewohnern umschließt. Meine Hauptfunktion war radiologische Untersuchung der Erde, der Gebäude, der örtlichen Vegetation und der Wasserquellen in diesem Gebiet, damit wir sicher sein können, daß alles frei ist von gefährlichen Pegeln atomarer Strahlung, die von radioaktivem Niederschlag herrührt.

Mit ungefähr 300 örtlichen Bewohnern stellten wir eine ziemlich effektive Miliz auf und rüsteten sie mit Waffen aus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Risiko zu groß um eine noch größere Miliz mit Waffen auszurüsten, da wir noch keine Gelegenheit hatten, die örtliche Bevölkerung in dem Ausmaß ideologisch zu beeinflussen, wie wir uns das wünschen. Es ist immer noch erforderlich sie sorgfältig zu beobachten und streng zu beaufsichtigen. Deshalb wählten wir nur die besten Kandidaten unter den körperlich tüchtigen Männern in der Enklave aus -- und wir haben ziemlich gute Erfahrung in der Auswahl von Leuten, so auch hier. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Hälfte der Männer unserer neuen Miliz schließlich zu Mitgliedern in der Organisation aufsteigen, und einige werden wahrscheinlich sogar zum Orden zugelassen werden.

Ja, ich glaube daß wir im großen und ganzen auf unsere neuen Rekruten zählen können. Es gibt immer noch einen großen Teil von im Grunde genommen ordentlichen Menschenmaterial in diesem Land, Leute, die von der weitverbreiteten moralischen Verdorbenheit nicht erfaßt sind. Schließlich ist das korrupte Verhalten weitgehend durch das Einflößen einer fremden Ideologie und von fremden Wertebegriffen bei den Menschen künstlich erzeugt worden, aber nur bei denen, die durch einen unnatürlich und geistig ungesunden Lebensstil orientierungslos geworden sind. Die Hölle, die sie jetzt durchmachen, treibt ihnen allen zumindest einige ihrer Blödheiten aus und macht sie für eine korrekte Weltanschauung um einiges empfänglicher als zuvor.

Unsere erste Aufgabe war es, die fremden Elemente und Rassekrimminellen auszusieben und aus unserer neuen Enklave zu beseitigen. Es ist erstaunlich, wieviele Orientalen mit dunklen gekräuselten Haaren in der letzten Dekade in dieses Land eingedrungen sind. Ich glaube, die haben in Maryland schon jedes Restaurant und jeden Wurststand in Besitz genommen. In unserer kleinen Vorort-Enklave haben wir wohl mindestens ein Dutzend Iraner erschossen, bis anderen bewußt wurde was vor sich ging; doppelt so viele sind geflüchtet.

Dann stellten wir Arbeitsbrigaden zusammen, um eine Anzahl äußerst notwendiger Aufgaben durchzuführen, zu denen die hygienische Beseitigung der nach Hunderten zählenden Flüchtlingsleichen gehörte. Die Mehrzahl dieser armen Kreaturen waren Weiße, und ich hörte zufällig mit, wie eines unserer Mitglieder das, was mit denen passierte, als "Abschlachtung der Unschuldigen" bezeichnete.

Ich glaube nicht, daß das eine richtige Beschreibung des hier jüngst geschehenen Holocausts ist. Natürlich tun mir die Millionen weißer Menschen leid, die hier und in Rußland in diesem Krieg, der uns vom jüdischen Joch zu befreien soll, umgekommen sind, und die noch umkommen werden, bevor wir die Sache zu Ende geführt haben. Aber Unschuldige? Ich meine nicht, daß diese Bezeichnung auf die Mehrzahl der Erwachsenen zutrifft.

Ist nicht schließlich der Mensch selbst im wesentlichen verantwortlich für seine Lage, zumindest in einem kollektiven Sinn? Wenn die weißen Völker dieser Welt es nicht zugelassen hätten, von den Juden unterjocht zu werden, sich nicht den jüdischen Ideen und jüdischem Geist unterworfen hätten, wäre dieser Krieg nicht nötig gewesen. Wir können uns wohl kaum als schuldlos betrachten. Wir können kaum behaupten, daß wir keine Wahl gehabt hätten, keine Chance, die jüdische Falle zu meiden. Wir können wirklich nicht behaupten, wir wären nicht gewarnt gewesen.

Weise, integere und tapfere Männer haben uns wieder und wieder vor den Konsequenzen unserer Torheit gewarnt. Sogar nachdem wir schon weit auf dem Pfad des geringsten Widerstandes gegen den Juden gegangen waren, hatten wir noch eine Chance nach der anderen, um uns zu retten, und das erst in allerjüngster Zeit vor 52 Jahren, als die Deutschen und die Juden in einem verbissenen Kampf um die Herrschaft über Mittel- und Osteuropa verwickelt waren.

In diesem Kampf standen wir auf der jüdischen Seite, weil wir in erster Linie korrupte Männer zu unseren Führern gewählt hatten. Und wir haben korrupte Führer gewählt, weil wir im Leben den falschen Dingen Wertschätzung beimaßen. Wir hatten Führer gewählt, die uns etwas für nichts versprachen; die allzusehr unseren Schwächen und Lastern entgegenkamen; die wie auf der Bühne netten Charakter und freundliches Lachen zur Schau trugen, aber keinen Anstand oder Skrupel besaßen. Wir mißachteten die wirklich wichtigen Fragen im Leben unserer Nation und ließen den Verbrechern im System freien Lauf, so daß sie die Angelegenheiten unserer Nation so leiteten, wie sie es für richtig befanden, und wir verlangten nur, daß sie uns einigermaßen gut mit "Brot und Spielen" versorgten.

Und sind nicht Torheit, vorsätzliche Unwissenheit, Faulheit, Gier, Verantwortungslosigkeit und moralische Ängstlichkeit ebenso verwerflich, wie die größte absichtliche Böswilligkeit? Zählen nicht alle unsere Unterlassungssünden genau so schwer gegen uns, wie wenn sich die Juden gegen ihren Auftrag versündigten?

Auf diese Weise wird Soll und Haben im Kontobuch des Schöpfers bewertet. Die Natur akzeptiert keine "schönen Entschuldigungen" anstelle von Leistung. Keine Rasse, die es vernachlässigt ihr eigenes Überleben zu sichern wenn es darauf ankommt, kann als "Unschuldig" beurteilt werden, auch kann die Strafe, die sie trifft, nicht als ungerecht betrachtet werden, so hart sie auch sein mag.

Gleich nach unseren Erfolgen in Kalifornien in diesem Sommer, als ich dort mit der Zivilbevölkerung zu tun hatte, wurde mir völlig klar, warum es die amerikanischen Menschen nicht verdienen, als " Unschuldig" betrachtet zu werden. Ihre Reaktion auf den zivilen Unfrieden dort beruhte fast nur auf Gründen, die sich auf ihre ganz persönlichen Umstände bezogen. Am ersten oder noch zweiten Tag -- bis es den meisten Leuten dämmerte, daß wir tatsächlich siegen könnten -- waren die meisten Zivilisten, sogar die rassebewußten allgemein feindlich gegen uns eingestellt; wir brachten alle ihre Lebensgewohnheiten durcheinander und störten sie in ihrer gewohnheitsmäßigen Jagd nach Vergnügen ganz schrecklich.

Danach, als sie uns zu fürchten gelernt hatten, waren sie zwar sehr darauf bedacht uns gefällig zu sein, doch an dem Rechten oder Unrechten unseres Kampfes waren sie in Wirklichkeit nicht interessiert. Über Gewissensentscheidungen und langfristige Überlegungen wollten sie sich den Kopf nicht zerbrechen. Sie hatten die Einstellung: "Sagt uns nur, was wir eigentlich zu glauben haben, und wir werden es glauben." Sie wollten nur so schnell wie möglich wieder Sicherheit und Bequemlichkeit. Sie waren dabei nicht zynisch, keine bezüglich ihrer Werturteile abgestumpfte Kultursnobs, sondern einfach Durchschnittsmenschen.

Tatsächlich sind die gewöhnlichen Leute eigentlich nicht viel weniger schuld, als die der etwas gehobenen Schichten, die damals die Stützen des Systems waren. Nehmen wir zum Beispiel die politische Polizei. Die meisten ihrer Angehörigen -- die Weißen -- sind nicht eigentlich böse Menschen, dienen nur bösen Herren. Doch verstandesmäßig wissen sie, was sie tun; einige rechtfertigen sich mit patriotischen Begründungen ("Zum Schutz unserer freien und demokratischen Lebensweise"), andere mit religiösen oder ideologischen Begriffen ("Die christlichen Ideale von Gleichheit und Gerechtigkeit bewahren").

Man kann sie Heuchler nennen -- man kann darauf hinweisen, daß sie es bewußt vermeiden, über irgend etwas nachzudenken, das den Wert der oberflächlichen Schlagworte, mit denen sie sich rechtfertigen, in Frage stellen könnte -- aber ist nicht jeder der das System toleriert hat auch ein Heuchler, ob er es nun aktiv unterstützt hat oder nicht? Ist nicht jeder, der die gleichen Schlagworte gedankenlos nachplappert und sich damit weigert, ihre Begründungen und Widersprüche zu untersuchen, ob er diese nun zur Rechtfertigung seiner Taten benutzt oder nicht, nicht auch schuldig zu sprechen?

Ich kann mir keinen Teil der weißen Gesellschaft vorstellen, von den weißen Reaktionären Marylands und ihren Familien, deren radioaktive Leichen vor ein paar Tagen mit Bulldozern in eine große Grube geschoben wurden, bis hin zu den Universitätsprofessoren, die wir im Juli vergangenen Jahres in Los Angeles aufgehängt haben, der wirklich von sich sagen könnte, er hätte nicht verdient, was mit ihm geschehen ist. Es ist erst wenige Monate her, daß fast alle, die heute wohnungslos umherziehen und ihr Schicksal beklagen, noch ganz anders gesprochen haben.

Nicht wenige unserer Kameraden aus der Organisation haben in der Vergangenheit schlimmes erlebt -- Zwei mir bekannte wurden getötet -- wenn sie in die Hände der Reaktionäre fielen, dieser sogenannten "anständigen Leute," die keinesfalls Linksliberale oder Judenknechte sind, aber für uns "Radikale, die die Regierung stürzen wollen" nichts übrig haben, alles aus schierer Unkenntnis der Dinge.

Unwissenheit ist nicht mehr entschuldbar, als der blökende, schafartige Liberalismus der Scheinintellektuellen, die viele Jahre lang selbstgefällig die jüdische Ideologie gefördert haben; das gleiche gilt für den Egoismus und die Feigheit der breiten amerikanischen Mittelklasse, die alles mitgemacht hat, und sich erst beklagte, als ihre Brieftaschen Einbußen erlitten.

Nein, von "Unschuldigen" zu reden ist sinnlos. Wir müssen unsere Situation ganzheitlich betrachten, in einem rasseweiten Zusammenhang. Wir müssen begreifen, daß unsere Rasse einem Krebspatienten gleicht, bei dem man dabei ist, rigorose chirurgische Eingriffe zu machen, um sein Leben zu retten. Es hat keinen Sinn, die Frage aufzuwerfen ob das jetzt herauszuschneidende Gewebe "unschuldig" ist oder nicht. Das ist ebensowenig angebracht wie der Versuch, die "guten" Juden von den schlechten unterscheiden zu wollen, oder wie es einige unserer noch dickköpfigeren Honoratioren anstreben, die "Guten Neger" von den übrigen ihrer Rasse zu trennen.

Als Tatsache verbleibt jedoch daß wir alle als Individuen verantwortlich sind für Moral und Verhalten unserer Rasse insgesamt. Auf lange Sicht ist es nicht möglich, sich dieser Verantwortung zu entziehen. Das gilt nicht nur für die Mitglieder unserer eigenen Rasse, sondern auch für die anderer Rassen, und jeder von uns muß darauf gefaßt sein, jederzeit ganz persönlich aufgerufen zu werden, über diese Verantwortung Rechenschaft abzulegen. In diesen Tagen werden viele dazu aufgerufen.

Aber der Feind muß auch seinen Preis bezahlen. Hier hat er die Dinge mehr oder weniger noch im Griff, aber außerhalb Nordamerikas ist er so gut wie erledigt. Obwohl die Regierung fast alle Auslandsnachrichten aus dem hiesigen Sendernetzwerk fernhält, haben wir doch heimlich Berichte von unseren überseeischen Einheiten erhalten und haben auch selbst die europäischen Nachrichtensendungen abgehört.

Nachdem wir im vorigen Monat Tel Aviv und ein halbes Dutzend anderer israelische Ziele getroffen hatten, sind innerhalb von 24 Stunden Hunderttausende von Arabern über die Grenzen des besetzten Palästinas geschwärmt. Die meisten von ihnen waren Zivilisten, die nur mit Messern und Keulen bewaffnet waren, und die zu Tausenden von den jüdischen Grenzwachen niedergemäht wurden, bis der Munitionsvorrat erschöpft war. Der Haß, der sich während 45 Jahren angestaut hatte, trieb die Araber voran -- über Minenfelder, durch jüdisches Maschinengewehrfeuer und hinein in das radioaktive Chaos der brennenden Städte, von dem alleinigen Gedanken beseelt, die Menschen zu erschlagen, die ihr Land gestohlen, ihre Väter getötet und sie für zwei Generationen gedemütigt hatten. Innerhalb einer Woche war der Hals des letzten jüdischen Überlebenden im hintersten Kibbuz, in der letzten rauchenden Ruine von Tel Aviv durchschnitten worden.

Die Nachrichten aus der Sowjetunion sind sehr spärlich, aber empfangene Berichte besagen, daß die russischen Überlebenden mit den Juden fast in der gleichen Art und Weise verfuhren. In den Ruinen von Moskau und Leningrad haben die Russen in den ersten paar Tagen alle Juden zusammengetrieben, deren sie habhaft werden konnten und warfen sie in die brennenden Gebäude oder auf brennende Trümmerhaufen.

Antijüdische Unruhen sind in London, Paris, Brüssel, Rotterdam, Bukarest, Buenos Aires, Johannesburg und Sydney ausgebrochen. Die Regierungen von Frankreich und den Niederlanden, beide bis zum Kern durch jüdische Korruption verfault, sind gefallen, und landauf, landab in den Städten und Dörfern dieser Staaten sind die Menschen dabei, die Rechnung zu begleichen.

Das sind Dinge, wie sie während des Mittelalters zwangsläufig immer wieder vorkamen, jedesmal wenn die Menschen endlich von den Juden und ihrem schändlichen Treiben genug hatten. Leider sind sie immer auf halbem Wege stehen geblieben und das würden sie auch diesmal tun. Ich bin mir sicher, die Juden machen schon Pläne für ihr Comeback, sobald die Menschen sich beruhigt und alles wieder vergessen haben. Was haben die Menschen doch für ein kurzes Gedächtnis!

Aber wir werden nichts vergessen! Das allein genügt, um sicherzustellen, daß die Geschichte sich nicht wiederholt. Ganz gleich, wie lange es dauert und wie weit wir dabei gehen müssen, wir werden für eine endgültige Begleichung der Rechnung zwischen unseren beiden Rassen sorgen. Wenn die Organisation den Kampf überlebt, wird nirgendwo auch nur ein Jude überleben. Wir werden bis in die entferntesten Winkel der Erde gehen, um auch noch den letzten von Satans Brut zu erledigen.

Die organisatorischen Richtlinien, die wir in Maryland anwenden, unterscheiden sich etwas von den in Kalifornien benutzten, weil die Gegebenheiten andere sind. Abweichend von der Situation in Südkalifornien gibt es hier weder natürliche geographische Barrieren noch einen Verteidigungsring von Regierungstruppen, der unsere Enklave von ihrem Umfeld trennte.

Wir taten natürlich was wir konnten, um diesen Mangel auszugleichen. Zuallererst haben wir eine Sicherheitsgrenzlinie ausgewählt, die die vorhandenen Freiräumen im Siedlungspatron folgt -- obgleich dies für fast eine halbe Meile nur die 100-Meter-Breite einer Autobahnauffahrt hat, während Systemtruppen die andere Seite kontrollieren. Wir versperrten unbebautes Gelände mit Stacheldraht und Minen, und brannten Gebäude und Dickicht um die Enklave herum nieder, damit sie feindlichen Truppen keine Verstecke, oder Deckung für Scharfschützen bieten können.

Aber wenn die Leute aus unserer Enklave flüchten wollen, hat unsere Miliz wirklich nur begrenzte Möglichkeiten, sie außer einigen wenigen aufzuhalten. Um sie zurückzuhalten können wir, außer ihrer Furcht erschossen zu werden, jedoch auf drei Dinge bauen. Erstens haben wir für die Leute wieder Ordnung geschaffen und wir machen wesentlich bessere Arbeit, um die Ordnung in unserer Enklave aufrechtzuerhalten, als es die Regierung außerhalb der Enklave fertig bringt. Nach der Dosis Chaos, die die Leute geschluckt haben, dürsten alle, außer den am stärksten gehirngewaschenen "ich-mach'-was-ich-will" Typen, nach Autorität und Disziplin.

Zweitens sind wir schon insofern ein gutes Stück vorwärtsgekommen, daß wir in der Enklave eine genügend große Überlebenswirtschaft geschaffen haben. Wir haben einen großen Wasservorratstank, den wir allein dadurch in der Lage sein sollten voll zu halten, daß wir Grundwasser aus den schon existierenden Brunnen pumpen. Weiter haben wir zwei im wesentlichen intakte Nahrungsmittellagerhäuser, ein fast volles Getreidesilo und dazu vier gut bewirtschaftete Farmen -- einschließlich einer Milchwirtschaftsfarm -- mit fast ausreichend großer Produktionsleistung, um die Hälfte unserer Leute zu ernähren. Unseren gegenwärtigen Unterschuß an Nahrungsmitteln machen wir dadurch wett, daß wir Raubzüge außerhalb der Enklave durchführen. Wenn wir aber erst soweit sind, daß wir jeden dazu gebracht haben, sein Stückchen landwirtschaftlicher Nutzfläche in einen Gemüsegarten zu verwandeln, sollte das nicht mehr notwendig sein.

Letztens, aber nicht weniger bedeutend, ist die Tatsache, daß jeder in der Enklave unbestreitbar weiß ist -- wir verfuhren in jedem fragwürdigen Fall nach Standrecht -- draußen aber gibt es nur die gewöhnliche, gotteslästerliche Mischung von Weißen, nahezu Weißen, Halbweißen, Zigeunern, Mexikanern, Puertorikanern, Juden, Schwarzen, Orientalen, Arabern, Persern und was es sonst noch alles unter der Sonne gibt: das typische, kosmopolitische rassische Gulasch, das man heutzutage in jedem amerikanischen Stadtgebiet vorfindet. Jeder der sich nach ein bißchen "Brüderlichkeit" jüdischen Stils sehnt, kann unsere Enklave ohne weiteres verlassen. Ich bezweifle daß es viele gibt, die ein Bedürfnis danach haben werden.

2. November: Heute nachmittag hatten wir eine lange Besprechung, während der wir über die neuesten nationalen Entwicklungen unterrichtet wurden und wo wir neue Dringlichkeitsrichtlinien für unsere örtlichen Aktionsprogramme erhielten.

Auf nationaler Ebene hat es während der letzten sechs Wochen erstaunlich geringe Veränderungen gegeben: der Regierung ist es nur geringfügig gelungen, in den verwüsteten Gebieten die Ordnung wiederherzustellen oder Möglichkeiten zu schaffen, um die Schäden am staatlichen Transportnetz, seiner Stromerzeugung- und Verteilungseinrichtungen, und an anderen äußerst notwendigen Teilgebieten der nationalen Wirtschaft wieder gut zu machen. Man läßt die Menschen mit ihren persönlichen Problemen zum größten Teil allein, während sich das System mit seinen eigenen Problemen herumschlägt, wozu nicht zuletzt die erneute Ungewißheit in Bezug auf die Verläßlichkeit seiner Streitkräfte gehört.

Der Mangel an Veränderungen ist an sich allein für uns schon sehr ermutigend, weil das bedeutet, daß das System nicht in dem Maße die Kontrolle über das Land wiedergewinnt, wie es vor dem 8.September der Fall war. Die Regierung ist einfach nicht in der Lage gewesen, mit den chaotischen Zuständen, die jetzt in großen Gebieten vorherrschen, fertigzuwerden.

Unsere Einheiten haben natürlich alles dazu getan, vornehmlich durch Sabotage, um die Dinge instabil zu halten. Aber das Revolutionskommando hat sich offenbar abwartend verhalten, um zu sehen, welchen zwischenzeitlichen Zustand die Situation annehmen würde, bevor man sich für die nächste Phase der großen Strategie der Organisation entscheidet.

Diese Entscheidung ist nun gefallen, und es ist unsere Aufgabe, an vielen anderen Orten die Dinge in der Art und Weise zu handhaben, wie wir es in Maryland schon getan haben. Wir werden das Schwergewicht unseres Kampfes zu einem großen Teil vom Partisanenkrieg auf öffentliche und halb-öffentliche organisatorische Aufgaben verlagern. Dies sind aufregende Nachrichten: Das bedeutet eine erneute Steigerung unserer politisch-wirtschaftlichen Offensive, eine höhere Revolutionsphase die nur deswegen begonnen werden kann, weil wir zuversichtlich sind, daß sich das Kriegsglück nun zu unseren Gunsten gewendet hat!

Aber der letzten Abschnitt unseres Kampfes ist keinesfalls vorbei, und eine der schlimmsten Gefahren, der wir mit größter Sorge gegenüberstehen, ist ein im großen Maßstab geführter Angriff auf Kalifornien. Die Regierungsstreitkräfte Südkaliforniens werden gerade einer rasch durchgeführten Verstärkung unterzogen und die Invasion der befreiten Zone scheint unmittelbar bevorzustehen. Wenn das System in Kalifornien erfolgreich ist, dann wird es sicherlich in ähnlicher Weise gegen Baltimore und jede andere Enklave, die wir zukünftig errichten können, vorgehen, trotz unserer Drohung eines atomaren Vergeltungsschlages.

Die Problematik scheint bei einer Clique konservativer Generale im Pentagon zu liegen, die in uns nicht in erster Linie eine Bedrohung des Systems sehen, sondern eine Gefahr für ihre eigene Autorität. Auch sie lieben die Juden keinesfalls und sind über den gegenwärtigen Zustand ganz glücklich, bei dem sie die de facto Herrscher im Land geworden sind. Was sie daher gerne tun möchten ist, den gegenwärtigen Ausnahmezustand zu einer dauernden Einrichtung zu machen, um dann allmählich die Ordnung wiederherzustellen und einen erneuten status quo zu schaffen, der auf ihren ziemlich reaktionären und kurzsichtigen Ideen fußt.

Der Haken an ihren Plänen sind natürlich wir, und sie schicken sich deshalb an uns nun zu zerschlagen. Was sie besonders gefährlich für uns macht, ist, daß sie sich nicht mehr so sehr vor unserem Potential einer atomaren Vergeltung fürchten, wie es ihre Vorgänger taten. Sie wissen, daß wir noch mehr Städte zerstören und noch viel mehr Zivilisten töten können, glauben wohl aber nicht daran, daß wir auch ihnen den Garaus machen können.

Ich beriet mich vertraulich mit Major Williams, dem Feldkommandeur von Washington. Wir sprachen mehr als eine Stunde über das Problem eines Angriffs auf das Pentagon. Die anderen Hauptbefehlsstellen der Streitkräfte wurden ja entweder schon am 8. September zerstört oder hernach mit dem Pentagon zusammengelegt, das die "Hohen Tiere" offensichtlich als uneinnehmbar betrachten.

Das könnte, verdammt noch mal, sogar wahr sein. Wir sind alle Möglichkeiten, an die wir denken konnten, durchgegangen, aber wir kamen zu keinem wirklichen überzeugenden Plan, außer vielleicht einem, nämlich eine Bombe mit dem Flugzeug in das Pentagon zu befördern.

Im Verteidigungsring um das Pentagon, sind eine Unmenge von Flakbatterien eingebaut, aber wir kamen trotzdem zu dem Schluß, das ein kleines Flugzeug, knapp über dem Boden fliegend, den drei Meilen "Spießrutenlauf" mit einem unserer 60-Kilotonnen Sprengköpfe bewältigen könnte. Ein Punkt, der zugunsten eines solchen Versuches spricht, ist, daß wir niemals zuvor Flugzeuge für einen solchen Zweck eingesetzt haben, so daß wir hoffen können, die Flugabwehrmannschaften mit diesem kühnen und nicht zu erwartenden Plan zu überrumpeln.

Eine der wesentlichsten materiellen Voraussetzungen ist schon erfüllt: Das Flugzeug ist da, und, was sehr wichtig ist, da alle zivilen Flughäfen vom Militär streng bewacht werden, es befindet sich gut versteckt in einer unbenutzten Scheune nur ein paar Meilen von hier entfernt. Es handelt sich um ein altes Schädlingsbekämpfungsflugzeug, das für unseren Zweck wie geschaffen ist. Meine unmittelbare Aufgabe besteht darin, bis nächsten Montag einen detaillierten Plan für einen Luftangriff auf das Pentagon auszuarbeiten. Wenn dieser Tag herangekommen ist, müssen wir eine endgültige Entscheidung treffen und danach ohne weiteren Aufschub handeln.



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