Die Turner-Tagebücher

Kapitel 23


1. August 1993: Heute war der Tag des Stranges -- ein grauenvoller und blutiger, aber unvermeidbarer Tag. Heute Abend ist es zum erstenmal seit Wochen ruhig und völlig friedvoll in ganz Südkalifornien. Aber die Nacht ist erfüllt von einem Schweigen des Schreckens; an Zehntausenden Laternenpfählen, Strommasten und Bäumen dieses riesigen Stadtgebietes hängen grausige Gestalten.

In den beleuchteten Stadtteilen wird man ihrer überall ansichtig. Sogar die Straßenschilder wurden für diesen Zweck benutzt, und praktisch an jeder Straßenecke, an der ich heute Abend auf meinem Weg zum Hauptquartier vorbeikam, baumelte eine Leiche: vier an jeder Straßenkreuzung. An nur einer einzigen Straßenüberführung, etwa eine Meile von hier entfernt, hängt eine Gruppe von etwa dreißig Leichen, von denen jede ein gleiches Plakat um den Hals hängen hat mit der Aufschrift in Druckbuchstaben: "Ich habe Verrat an meiner Rasse begangen." Zwei oder drei jener Gruppe hatte man feierlich mit Talaren herausgeputzt bevor man sie aufhängte, und die ganze Gruppe besteht offenbar aus Angehörigen des Lehrkörpers der nahegelegenen Universität von Kalifornien in Los Angeles.

In den Stadtteilen in denen wir die Stromversorgung noch nicht wiederhergestellt haben sind die Leichen weniger sichtbar, aber der Eindruck des Schreckens, der in der Luft lag, war dort sogar noch stärker als in den beleuchteten Gebieten. Nach der Einheitsbesprechung heute Abend mußte ich zwischen dem Hauptquartier und meiner Unterkunft durch eine Wohngegend gehen, in der zwei Häuserblöcke unbeleuchtet waren. In der Mitte des einen der Blöcke sah ich, wie es mir zuerst erschien, eine Person direkt vor mir auf dem Gehsteig stehen. Als ich mich der stummen Gestalt näherte, deren Gesicht im Schatten eines großen Baumes der die Straße überragte lag, verharrte sie regungslos und versperrte mir dadurch den Weg.

Mir wurde etwas mulmig und ich zog schnell meine Pistole aus dem Halfter. Dann, als ich bis auf wenige Schritte an die von mir abgewandte Gestalt herangekommen war, begann sie sich langsam auf mich zuzudrehen. Es war etwas unbeschreiblich schauriges an dieser Bewegung, und ich blieb auf der Stelle stehen während sich die Gestalt weiter drehte. Ein leichter Wind bewegte das Laub darüber, und plötzlich brach das Mondlicht durch die Blätter und fiel direkt auf die sich vor mir lautlos drehende Gestalt.

Das erste, was ich im Mondlicht sah, war ein Plakat auf dem in großen Druckbuchstaben zu lesen war: "Ich habe Rassenschande begangen." Über dem Plakat sah man das wie höhnisch lächelnde, schrecklich aufgedunsene bläuliche Gesicht einer jungen Frau mit aufgerissenen und herausquellenden Augen, und ihren offenstehenden Mund. Erst dann entdeckte ich das dünne senkrecht nach oben führende Seil, das sich zwischen den Ästen verlor. Offenbar hatte das Seil etwas nachgegeben, oder der Ast, an dem es angebunden war, hatte sich etwas gesenkt, bis die Füße der Frau das Pflaster berührten, was dem ganzen den verblüffenden Anschein einer durch eigene Kraft aufrechtstehenden Leiche verlieh.

Es schauderte mich und ich ging schnell weiter. In der Stadt konnte man heute Abend viele Tausende solcher herabhängenden weiblichen Leichen sehen, die alle das völlig gleiche Plakat um den Hals hängen hatten. Das sind weiße Frauen die mit Schwarzen, Juden oder anderen Nichtweißen Männern verheiratet waren, oder mit ihnen zusammenlebten.

Es gab da auch eine Anzahl Männer die Plakate "Ich habe Rassenschande begangen" trugen, aber bei den Frauen sind es leicht sieben- oder achtmal so viel. Zum anderen sind etwa 90% der Leichen mit den Plakaten, "Ich habe meine Rasse verraten", Männer. Im großen und ganzen gesehen scheinen sich die Geschlechter jedoch hinsichtlich des Verrates ungefähr die Waage zu halten.

Diejenigen, welche die zuletzt erwähnten Plakate tragen, sind Politiker, Rechtsanwälte, Geschäftsmänner, Nachrichtensprecher des Fernsehens, Zeitungsreporter und Redakteure, Richter, Lehrer, Beamte im Schulwesen, Stadtoberhäupter, Bürokraten, Prediger, und all die anderen die aus Karierregründen, gesellschaftlicher Stellung, Wählerstimmen oder anderen Gründen dem System geholfen haben, sein Rassenprogramm durchzuführen. Das System hat ihnen bereits die dreißig Silberlinge bezahlt, heute haben sie dazu auch noch von uns den verdienten Lohn erhalten.

Es fing heute früh um drei Uhr an. Gestern war ein Tag mit besonders schweren Ausschreitungen gewesen, wobei die Juden transistorisierte Megaphone verwendeten um die Massen anzuheizen, und sie aufzustacheln, Steine und Flaschen auf unsere Soldaten zu werfen. in Sprechchören sangen sie "Weg mit dem Rassismus," "Gleichheit für alle Zeiten" und andere Demosprüche, welche die Juden sie gelehrt hatten. Das erinnerte mich an die Massendemonstrationen zur Zeit des Vietnamkrieges. Die Juden haben ein Talent für solche Dinge.

Aber heute früh um drei Uhr hatten die Massen schon längst ihre Orgie der Gewalttätigkeit und Demogeschrei beendet und waren zu Bett gegangen, außer einigen Gruppen hartnäckiger Typen, die Lautsprecher aufgestellt hatten und System-Sendungen über die umliegende Wohngegend hinausplärrten, Sendungen die sich mit heulender "Rock-Musik" und Aufrufen für "Brüderlichkeit" abwechselten.

Da tauchten Trupps unserer Soldaten, die ihre Uhren gleichgestellt hatten, plötzlich gleichzeitig vor Tausenden Wohnblöcken in fünfzig verschiedenen Wohngegenden auf einmal auf, und jeder Truppenführer hatte eine lange Liste mit Namen und Adressen bei sich. Die plärrende Musik hörte urplötzlich auf und wurde ersetzt durch den Krachtausender zersplitternder Türen, die von gestiefelten Soldatenfüßen aufgetreten wurden.

Es war wie bei den Waffenrazzien vier Jahre zuvor, nur in umgekehrter Richtung. Aber das Ergebnis war zugleich drastischer und bleibender für die Überfallenen. Mit denen, die die Soldaten in die Straßen schleppten, wurde auf zweierlei Art verfahren. Wenn es sich um Nichtweiße handelte, und das schloß alle Juden und jeden, der nur danach aussah als wenn er nur ein kleinwenig nichtweiße Abstammung hätte, ein, dann wurden sie in die hastig formierten Kolonnen zusammengedrängt und begannen ihren Marsch ohne Wiederkehr, zum Canyon in den Gebirgsausläufern nördlich der Stadt. Der leiseste Widerstand, jeder Versuch der Widerrede oder jedes Zögern wurde sofort mit eine Kugel beantwortet.

Die Weißen aber wurden in fast allen Fällen auf der Stelle gehängt. Eines der beiden vorgedruckten Plakate wurde an die Brust des Opfers geheftet, seine Hände wurden schnell auf dem Rücken gefesselt, das eine Ende eines Strickes über einen günstig gelegenen Ast oder Schilderpfosten geworfen und das andere Ende um seinen Hals geknüpft. Dann wurde es ohne weiteres Aufhebens vom Boden hochgezogen und baumelte dann wie tänzelnd in der Luft, während die Soldaten sich den nächsten Namen auf ihrer Liste vornahmen.

Die Erhängungen und das Formieren der Todeskolonnen ging ohne Unterbrechung zehn Stunden lang weiter. Als die Soldaten heute am frühen Nachmittag ihre grauenvolle Arbeit beendet hatten und zu ihren Kasernen zurückkehrten, war das Gebiet von Los Angeles restlos und absolut befriedet worden. Die Bewohner von Wohngegenden, in die wir uns noch gestern nur in Panzern sicher vorwagen konnten, zitterten heute hinter verschlossenen Türen, und hüteten sich aus lauter Angst sogar davor beim spähen durch den Schlitz der zugezogenen Vorhänge gesehen zu werden. Während des ganzen Vormittags gab es keinen organisierten oder großangelegten Widerstand gegen unsere Soldaten, und am Nachmittag war sogar die allerletzte Lust darauf verflogen.

Meine Männer und ich befanden uns den ganzen Tag mitten im Getümmel, wobei wir hauptsächlich mit Logistik zu tun hatten. Als die Exekutionstrupps fast keine Stricke mehr hatten, nahmen wir als Ersatz mehrere Meilen Draht von Strommasten ab. Wir beschafften auch hunderte von Leitern.

Wir waren auch diejenigen, welche die Proklamationen des Revolutionskommandos in allen Wohnblöcken anklebten, mit der Warnung an alle Bürger, daß von nun an jede Tat die mit Plünderung, Ausschreitung und Sabotage zu tun hat, oder jede Nichtausführung eines von einem Soldaten erteilten Befehls, mit der standrechtlichen Erschießung des Zuwiderhandelnden geahndet wird. Die Proklamationen beinhalten auch ebensolche Warnungen an jedermann, der wissentlich Juden oder andere Nichtweiße beherbergt, unseren Polizeieinheiten vorsätzlich Falschinformationen liefert oder Informationen zurückhält. Schließlich sind auf ihnen die Meldestellen in jedem Wohngebiet aufgelistet bei denen sich alle Personen, in alphabetischer Reihenfolge ihres Namens, zu einem danach bestimmten Tag und Stunde zur Registrierung und Zuteilung zu einer Arbeitseinheit einzufinden haben.

In der Nähe des Rathauses hatte ich heute Morgen etwa um 9 Uhr beinahe eine bewaffnete Auseinandersetzung mit dem Kommandeur einer Kompanie. Dorthin wurden all die Großkopfeten gebracht um sie zu hängen: die bekanntesten Politiker, eine Anzahl prominenter Hollywood-Schauspieler und -Spielerinnen und einige Persönlichkeiten vom Fernsehen. Wenn wir sie wie jeden anderen vor ihren Häusern gehängt hätten, würden das nur ein paar Leute gesehen haben, aber wir wollten ja daß sie als ein lehrreiches Beispiel für einen viel größeren Zuschauerkreis dienten. Aus dem gleichen Grund wurden viele der Pfarrer, die auf unserer Liste standen, zu einer der drei großen Kirchen gebracht, wo ihre Hinrichtungen von Fernsehleuten aufgenommen wurden um live ausgestrahlt zu werden.

Ein Ärgernis war es jedoch, daß viele der Großkopfeten mehr tot als lebendig am Rathaus ankamen. Die Soldaten auf den Lastwagen hatten sie während des Transports ziemlich in die Mache genommen.

Eine berühmte Schauspielerin, die berüchtigt ist für ihre Anregungen zur Vermischung der Rassen und die in mehreren mit großen finanziellen Mitteln erstellten interrassischen "Liebes"- Epen mitgespielt hat, hatte den größten Teil ihrer Haare, ein Auge und mehrere Zähne verloren -- ganz zu schweigen von ihren Kleidern -- bevor der Strick um ihren Hals gelegt wurde. Auch war sie sonst in einem schlimmen Zustand, blutig und voller Prellungen. Ohne mich zu erkundigen hätte ich nicht gewußt wer sie ist. Ich fragte mich, was es für einen Sinn hat, sie öffentlich zu hängen, wenn die Öffentlichkeit sie nicht mehr erkennen und so nicht die richtigen Schlußfolgerungen aus ihrem vormaligen Verhalten und ihrer Strafe ziehen kann?

Ich wurde auf einen Tumult aufmerksam, der sich in der Nähe eines der gerade angekommenen Lastwagen abspielte. Ein äußerst fetter alter Mann, den ich sofort als den Bundesrichter erkannte der in den letzten Jahren die krassesten Strafentscheidungen des Systems verhängt hatte, einschließlich jener vom Rat für Menschenrechte an die schwarzen Hilfssheriffs übertragenen Befugnisse zu Festnahmen die er gutgeheißen hatte, widersetzte sich den Versuchen der Soldaten, ihm seinen Schlafanzug auszuziehen und ihm statt dessen seinen Talar überzustreifen.

Einer der Soldaten schlug ihn nieder, und danach fingen vier andere an, ihn zu treten und mehrmals mit ihren Gewehrkolben sein Gesicht, Magen und Weichteile zu bearbeiten. Er war bereits bewußtlos oder vielleicht sogar schon tot, als der Strick um seinen Hals geknüpft und seine schlaffe Gestalt an einem Laternenpfahl ungefähr in halbe Höhe hochgezogen wurde. Ein Fernsehkameramann hatte die ganze Szene aufgenommen, welche live ausgestrahlt wurde.

Ich war total angewidert von diesem Vorfall und mehreren anderen ähnlicher Art, und machte den diensthabenden Offizier dieser Soldaten ausfindig um meine Beschwerde vorzubringen. Ich stellte ihn zur Rede, fragte ihn warum er nicht die nötige Disziplin unter seinen Männern aufrechterhielte, und sagte ihm, mit ziemlich eindeutigen Worten, daß das Prügeln der Gefangenen das Gegenteil der von uns gewünschten Zielsetzung bewirke.

Wir müssen das öffentliche Leitbild von Stärke und kompromißloser Rücksichtslosigkeit im Umgang mit den Feinden unserer Rasse wahren, aber wenn wir uns wie eine Bande von Ugandeser oder Puertorikanern verhalten, werden wir das kaum erreichen. ( Hinweis für den Leser: Uganda war eine politische Unterteilung auf dem afrikanischen Kontinent während der Ära vor der neuen Zeitrechnung, als dieser Kontinent von der Negerrasse bewohnt war. Puerto Rico war der alte Name der Insel New Carolina. Sie ist jetzt von den Abkömmlingen der weißen Flüchtlinge aus den radioaktiv verseuchten Gebieten der südöstlichen Vereinigten Staaten bewohnt, war aber vor den Rassensäuberungsaktionen in den Schlußtagen der Großen Revolution durch eine besonders zwielichtige Mischlingsrasse bewohnt.) Vor allem müssen wir zeigen, daß wir in höchstem Maße diszipliniert sind, weil wir ja auch strikte Disziplin seitens der Zivilbevölkerung fordern. Wir dürfen unseren Gefühlen von Verärgerung oder persönlichem Haß niemals freien Lauf lassen, sondern müssen zu jeder Zeit durch unser Verhalten zeigen daß das, was wir tun, einem höheren Zweck dient.

Der Hauptmann wurde wütend. Er schrie mich an, ich sollte mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmern. Als ich darauf beharrte, daß dieser Vorfall sehr wohl auch meine Angelegenheit wäre, stieg die Zornesröte in sein Gesicht und er sagte, daß er und nicht ich die Verantwortung zu tragen hätte und daß er sein Bestes täte in einer sehr schwierigen Situation.

Er wies sehr richtig darauf hin, daß die Organisation im letzten Monat fast die Hälfte der Männer in seiner Kompanie mit unausgebildeten Neuzugängern ersetzt hatte, und daher sollte es für mich verständlich sein, daß die Disziplin nicht ganz so ist, wie sie sein sollte. Auch sagte er mir, daß er genügend von der "Psychologie" seiner Männer verstünde, um sich des Nutzens seiner Erlaubnis, die Gefangenen verprügeln zu dürfen, bewußt zu sein. Auf diese Art rechtfertigten die Soldaten ihr Verhalten gegenüber den Gefangenen, die ja ihre Feinde seien und sowieso verdienten, gehängt zu werden.

Ich konnte eigentlich weder der einen noch der anderen Begründung des Hauptmanns widersprechen, doch bemerkte ich mit einiger Genugtuung daß er, nachdem er sich von mir abwendete, wütend auf eine Gruppe Soldaten zuschritt und sie aufforderte, damit aufzuhören einem langhaarigen, unmännlich aussehenden, fremdländisch und punkerartig gekleideten Jugendlichen -- ein populärer "Rock"-Künstler -- brutal eins mit der Pistole überzubraten.

Als ich weiter darüber nachdachte, begann ich die Angelegenheit mehr vom Standpunkt des Hauptmanns aus zu sehen. Natürlich müssen wir bezüglich der Disziplin viel härter durchgreifen, sobald wir uns das erlauben können, aber im Moment ist für uns die politische Zuverlässigkeit unter den Soldaten wichtiger als die Disziplin. Die Maßnahmen zum härteren Durchgreifen bei der Zivilbevölkerung schieben wir nur solange auf wie wir brauchen um die fragwürdigen GI's auszujäten, zu entwaffnen und sie durch neue Leute zu ersetzen, die durch die Linien des Feindes zu uns kommen.

Wir wollten auch Zeit gewinnen um die Soldaten mit der hiesigen neuen Ordnung vertraut zu machen und sie mindestens ein wenig ideologisch auf die heutigen Aufgaben vorzubereiten. Und absichtlich erlaubten wir der Zivilbevölkerung mehr außer Kontrolle zu geraten, als wir das normalerweise erlaubt hätten, nur um eine sichtbare Entschuldigung für durchgreifende radikale, und nicht nur halbherzige, Maßnahmen zu haben, welche die Probleme betreffend der Zivilbevölkerung auf lange Sicht nicht gelöst hätten.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung, von dem ich heute erfuhr, lag darin, daß wir noch Zeit benötigten um Verhaftungslisten zusammenzustellen. Mehrere Jahre lang haben die Mitglieder der Organisation hier wie auch in anderen Teilen des Landes Dossiers angelegt von Systemkriechern, katzbuckelnden Judenverehrern, Gleichheitstheoretikern und anderen weißen Rasse-Verbrechern, sowie Adressenlisten von allen Nichtweißen die in überwiegend von Weißen bewohnten Gebieten leben.

Wir konnten die letzteren, welche sogar bis in den letzten Monat hinein auf dem neuesten Stand gehalten wurden, ohne Änderung benutzen. Aber die Dossiers erforderten eine riesige Menge Arbeit zur Auswertung und Aussiebung. Vor allem gab es viel zu viele davon.

Zum Beispiel, über eine weiße Familie könnte ein Dossier bestehen das sie als Rasseverbrecher hinstellt, weil ein Nachbar einmal beobachtet hat, wie ein Schwarzer an einer Cocktail Party in ihrem Haus teilnahm, oder weil sie an ihrem Auto einen der "Gleichheit jetzt"-Aufkleber angebracht hatten, welche damals vom Rat für Menschenrechte überall verteilt wurden. Im allgemeinen wurden diese Leute nicht auf die Verhaftungsliste gesetzt, wenn es nicht noch andere belastende Beweise in ihrem Dossier gab. Anderenfalls müßten wir mehr als zehn Prozent der weißen Bevölkerung aufhängen -- eine völlig undurchführbare und unsinnige Aufgabe.

Sogar wenn wir in der Lage wären so viele Menschen zu hängen, wäre dafür kein triftiger Grund vorhanden, denn die meisten der zehn Prozent sind eigentlich nicht schlechter als die meisten der übrigen neunzig Prozent. Sie sind gehirngewaschen, sie sind schwach und eigennützig, und sie haben kein Loyalitätsbewußtsein für ihre Rasse -- aber das gleiche gilt ja für die meisten Leute heutzutage. Die Menschen sind nun mal so wie sie sich entwickelt haben, und das müssen wir einfach so hinnehmen, zumindest als Ausgangspunkt.

Tatsächlich trifft es für die ganze Menschheitsgeschichte zu, daß immer nur einer kleiner Teil der Bevölkerung entweder gut oder böse ist. Die große Mehrheit ist moralisch neutral -- unfähig zu unterscheiden was absolut recht oder unrecht ist -- und sie richten sich nach demjenigen, der sich im Moment an der Spitze befindet.

Wenn gute Männer die Herrscher einer Gesellschaft sind und die Programme entwickeln, wird die Bevölkerung im Ganzen dies widerspiegeln, und Menschen ohne Originalität oder eigenes moralisches Gefühl werden nichtsdestoweniger glühend die höchsten Ziele ihrer Gesellschaft unterstützen. Aber wenn böse Männer herrschen, so wie es nun schon seit vielen Jahren in Amerika der Fall ist, dann wird sich der größte Teil der Bevölkerung glücklich in den schlimmsten Formen von Degeneration sielen und selbstgerecht jede schmutzige und destruktive Idee, die ihnen beigebracht wurde, nachplappern.

Die meisten heutigen Richter, Lehrer, Schauspieler, Verwaltungsbeamten etc. sind nicht bewußt oder vorsätzlich böse oder zynisch, indem sie der Führung der Juden folgen. Sie glauben, selbst "gute Bürger" zu sein, geradeso wie sie das von sich glauben würden, wenn sie auf völlig entgegengesetzte Weise unter dem Einfluß guter Führer handelten.

Daher hat es keinen Sinn, sie alle zu töten. Diese moralische Schwäche kann erst im Laufe von Generationen aus unserer Rasse herausgezüchtet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt reicht es wenn wir das bewußt verwerfliche Element aus unserer Bevölkerung entfernen, und dazu noch einige Hunderttausend unserer moralisch behinderten "guten Bürger" im ganzen Land, als eine Warnung für die Übrigen.

Die Hängung einiger der schlimmsten Rassekriminellen in allen Gegenden Amerikas wird enorm dazu beitragen, die Mehrheit der Bevölkerung auf eine Linie zu bringen und sie klares Denken zu lehren. In der Tat wird das nicht nur hilfreich sein, sondern ist auch absolut notwendig. Die Menschen brauchen einen starken psychologischen Schock, um mit verfehlten, wenn auch althergebrachten Gedankengängen zu brechen.

Mir ist das alles begreiflich, doch muß ich zugeben daß mich einige Dinge, die ich heute mitangesehen habe, besorgt machen.

Als die ersten Verhaftungen begannen, war sich die Öffentlichkeit wohl nicht im klaren was auf sie zukam, und viele Bürger waren anmaßend und ausfallend. Ich war zugegen als die Soldaten kurz vor dem Morgengrauen ungefähr ein Dutzend junger Leute aus einem großen Haus in der Nähe eines der Universitätsgeländes schleppten. Diese, ebenso wie ihre Hausgenossen die nicht verhaftet worden waren, schrien unseren Männern Obszönitäten entgegen und bespuckten sie. Außer einem der hier Verhafteten waren es entweder Juden, Neger oder Bastarde verschiedener Schattierungen. Zwei von ihnen die am lautesten schrien wurden sofort erschossen, während die anderen zu Marschkolonnen zusammengetrieben wurden.

Als letzte kam eine junge weiße Frau von etwa 19 Jahren dran, die ein bißchen wabbelig aber dennoch hübsch war. Die Erschießungen hatten sie so nachdenklich gemacht, daß sie aufhörte die Soldaten als "Rassistenschweine!" zu beschimpfen. Aber als sie kurz danach der Vorbereitungen zu ihrer eigenen Erhängung erkannte und damit ihr eigenes Schicksal offenbar wurde, wurde sie hysterisch. Als sie darüber aufgeklärt wurde, daß sie sogleich den Preis für die Verschandelung ihrer Rasse bezahlen werde, weil sie mit einem schwarzen Liebhaber zusammenlebte, jammerte die junge Frau, "aber warum gerade ich?"

Als der Strick um ihren Hals geknotet wurde, plärrte sie heraus, "Ich habe nur getan, was alle anderen auch getan haben. Warum hacken Sie auf mir herum? Das ist ungerecht! Was ist mit Helen? Sie hat auch mit ihm geschlafen." Bei diesem letzten Aufschrei, bevor der Atem der jungen Frau für immer abgeschnitten wurde, schrak eine der anderen jungen Frauen -- vermutlich Helen -- in panischer Angst zurück.

Natürlich beantwortete niemand die Frage der jungen Frau, "Warum gerade ich?" Die Antwort ist einfach die, daß ihr Name eben auf unserer Liste stand und Helens nicht. Da ist weder was "gerechtes" dabei, noch etwas ungerechtes. Die junge Frau die gehängt wurde, verdiente was mit ihr geschah. Wahrscheinlich hat Helen das gleiche Schicksal verdient, und ohne Zweifel leidet sie jetzt unter den "Qualen der Verdammten", mit der Furcht, daß man irgendwann etwas über sie herausfindet, und sie auch den Preis zu bezahlen hat den ihre Freundin bezahlte.

Diese kleine Episode hat mich etwas über politischen Terror gelehrt. Genau diese Willkür und Unberechenbarkeit sind wichtige Aspekte seiner Wirksamkeit. Da gibt es sehr viele Leute in Helens Situation welche sie, aus Angst daß der Blitz jeden Moment bei ihnen einschlagen könnte, wie auf Eiern gehen läßt.

Die Wehklage der jungen Frau, "Ich habe nur getan, was alle anderen auch tun", verkörpert einen deprimierenden Aspekt der Episode. Sie hat natürlich etwas übertrieben, aber es ist wohl wahr daß, wenn andere kein schlechtes Beispiel gegeben hätten, sie nicht zu einer Rassekriminellen geworden wäre. Sie hat gleichermaßen für die Sünden anderer wie für ihre eigenen bezahlt. Jetzt wird mir klarer als jemals zuvor, wie unbedingt notwendig es ist, bei allen unseren Menschen eine neue moralische Basis, einen neuen Begriff fundamentaler Werte einfließen zu lassen, so daß sie nicht länger moralisches Treibholz sind, wie die bedauernswerte junge Frau und die große Mehrheit der Amerikaner bis jetzt.

Kurz vor Mittag wurde mir dieser völlige Mangel einer jeglichen gesunden und natürlichen Moral wieder einmal vor Augen geführt. Wir waren dabei, eine Gruppe von ungefähr vierzig Bauunternehmern und Immobilienmaklern vor den Büros der "Schönes Wohnen Gesellschaft" des Verwaltungsbezirkes von Los Angeles zu hängen. Sie haben alle bei einem Spezialprogramm mitgemacht, daß es ermöglichte, niedrigere Hypothekensätze farbigen Familien zuzuteilen, die sich Häuser in überwiegend von Weißen bewohnten Gegenden kaufen wollten. Einer der Grundstücksmakler war ein untersetzter, gut aussehender blonder Mann von etwa fünfunddreißig Jahren, mit einem Bürstenschnitt. Er verteidigte sich aufs heftigste: "Zum Teufel, ich habe niemals in irgendeiner Form dieser Rassenmischungs-Scheiße zugestimmt. Ich kriege Magenschmerzen, wenn ich diese Mischlingsfamilien mit ihren Bälgern nur sehe. Aber der Mensch muß doch seinen Lebensunterhalt verdienen. Mir wurde vom obersten Bauinspektor des Verwaltungsbezirkes gesagt, daß man bei den Maklern, die beidem speziellen Hypothekenprogramm mitmachen, über Verstöße gegen die Baubestimmungen eher hinwegsehen würde."

Damit sagte er uns, ohne daß er sich dessen bewußt war, daß nach seinem Wertebegriff ein höheres Einkommen vor der Loyalität zur Rasse rangierte, etwas das leider auch für die sehr viele, die heute nicht gehängt wurden, gilt. Na gut, er traf freimütig seine Wahl und verdient kein bißchen Mitleid.

Natürlich haben sich die Soldaten mit ihm nicht herumgestritten. Als er an der Reihe war, wurde er von seinen Füßen gerissen, und dabei genau so unparteiisch behandelt wie diejenigen, die sich mit ihrem Schicksal in stoischer Ruhe abgefunden hatten. Das Hinrichtungskommando hatte den Befehl, sich mit niemanden herumzustreiten oder irgendwelche Erklärungen abzugeben, außer einer kurzen Feststellung des Verbrechens für das die betreffende Person gehängt wurde. Nicht einmal die überzeugendsten Unschuldsbeteuerungen oder "das muß eine Mißverständnis sein" veranlaßte sie, auch nur einen Augenblick zu zögern. Sicherlich werden wir heute einige Fehler gemacht haben -- Personenverwechslungen, falsche Adressen, Urteile auf Grund falscher Beschuldigungen -- aber nachdem die Exekutionen einmal begonnen hatten, wurde nach möglichen Irrtümern nicht mehr gefragt. So haben wir bewußt der Öffentlichkeit ein Bild unserer Unerbittlichkeit eingeprägt.

Offenbar haben wir auf diese Art ziemlich gute Überzeugungsarbeit geleistet. Denn kaum nachdem unsere Exekutionskommandos heute Nachmittag in ihre Kasernen zurückgekehrt waren, erhielten wir aus der ganzen Stadt die ersten Berichte über eine, wie es schien, plötzliche Welle von Morden und Gewaltanwendungen. Leichen von denen, die meist Stichwunden aufwiesen, wurden auf Gehsteigen, in engen Gassen und in Eingangshallen von Appartementhäusern gefunden. Auch wurde eine Anzahl von verletzten Personen -- insgesamt einige Hunderten -- von unseren Patrouillen in den Straßen aufgelesen.

Obgleich unter den Opfern mit Stichwunden, und denen, die man verprügelt hatte, auch ein paar Schwarze waren, stellten wir doch schnell fest daß es sich in der großen Mehrheit um Juden handelte. Offenbar waren das lauter Personen, die von unseren Hinrichtungskommandos übersehen wurden, nicht aber von der Bürgerschaft.

Die Verhöre von mehreren Juden, die man geschlagen hatte, offenbarten daß zumindest einige bei weißen Familien versteckt waren. Nachdem wir jedoch unsere Proklamationen angeschlagen hatten, wandten sich die Judenbeschützer gegen sie und jagten sie auf die Straße. Örtliche mit Messern und Keulen bewaffnete Bürgerwehren stöberten noch andere auf, die auch nicht auf unseren Listen standen.

Ich bin mir sicher, daß wir ohne diese starke Lehre, diesem "Tages des Stranges", nicht so schnell die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern erreicht hätten. Dieser Tag des Henkers hat jeden einzelnen dazu gezwungen, schnellstens seine Entscheidung zu treffen.

Morgen nachmittag werden einige meiner Männer damit beginnen, Zivilarbeiter-Bataillone zusammenzustellen, die die Leichen abschneiden und sie zu den Entsorgungsstellen, die ich bereits ausgewählt habe, befördern. Es werden wahrscheinlich drei oder vier Tage nötig sein, um alle Leiber wegzuschaffen -- von denen es zwischen 55 und 60 Tausend gibt -- und das wird bei diesem warmen Wetter gegen Ende ziemlich unangenehm sein.

Aber was für ein Gefühl der Erleichterung ist es doch, hier endlich diesen negativen Teil unserer Aufgabe beendet zu haben! Doch von jetzt an wird es nur noch aufwärts gehen -- im guten Sinne: Reorganisierung, Umerziehung und Wiederaufbau dieser ganzen Gesellschaft.



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