Die Turner-Tagebücher

Kapitel 22


19. Juli 1993: In den letzten fünf Tagen wurde ich Augenzeuge von sicherlich einer der größten Massenwanderungen in der Geschichte: Die Umsiedlung der Schwarzen, Mestizen und "boat people" aus Südkalifornien. Täglich haben wir mehr als eine Million von ihnen nach Osten in Marsch gesetzt und anscheinend ist immer noch kein Ende abzusehen.

Jedoch habe ich bei der Besprechung unserer Einheit heute abend erfahren, daß damit gerechnet wird daß morgen wahrscheinlich die letzte ganztägige Evakuierung stattfindet. Danach werd es nur noch eine Angelegenheit sein daß wir sie jeweils in Schüben von ein paar Tausend über die Linien schicken, je nachdem wir Versprengte einfangen und noch weitere gemischtrassige Gebiete säubern müssen.

Meine Männer und ich hatten die Aufgabe, Transportmöglichkeiten für jene aufzutreiben die nicht in der Lage waren den Treck zu Fuß zu machen. Wir begannen mit Tiefladern und Sattelschleppern, mit denen wir in der Lage waren ein paar hundert Leute auf einmal zu befördern, aber am Ende benutzten wir jeden Lieferwagen dessen wir in oder in der Nähe der evakuierten schwarzen und mexikanischen Wohngebiete habhaft werden konnten: zusammen fast 6000 Lastwagen.

Anfänglich bemühten wir uns die benötigte Treibstoffmenge für jeden Lastwagen peinlichst genau zu berechnen, aber das dauerte viel zu lange und wir begnügten uns schließlich damit, einigermaßen sicher zu sein daß jedes Fahrzeug mindestens genügend Kraftstoff für die vorgesehene Strecke hatte.

Auch gingen uns Ende des gestrigen Tages die Lastwagen aus, und so haben wir heute den ganzen Tag schon Personenautos benutzt. Ich teilte dazu die grobgeschätzt 300 Mann, die mir unterstellt sind, in Trupps von zehn Mann ein. Jeder Trupp brachte mit dem Versprechen von Lebensmittelzuteilungen ca. fünfzig junge schwarze Freiwillige zusammen, die angaben, sie wüßten wie man die Zündung an Autos kurzschließen kann.

Dann begannen unsere Trupps jedes geparkte Auto vom Volkswagen bis zum Cadillac das man starten konnte, und dessen Benzinuhr mindestens einen Vierteltank voll anzeigte, in die vollgepfropften Sammelplätze für den Abtransport zu überführen. Dort schubsten unsere freiwilligen schwarzen Autodiebe eine schwangere Negerin oder einen ältlichen Invaliden hinter das Lenkrad, packten das Fahrzeug so voll wie nur möglich mit kleinen Negerkindern und einem Vielerlei von bewegungsunfähigen, kranken und schwachen Nichtweißen, wobei sie manchmal auch Dächer und Kotflügel beluden, und schickten es auf den Weg. Dann zurück um weitere Autos zu holen.

Ich war erstaunt, als ich mit ansah wie herzlos unsere schwarzen Freiwilligen sich gegenüber ihren eigenen Leuten verhielten. Einige der älteren Schwarzen, die sich nicht genug wehren konnten, sind offenbar durch Hunger und Austrocknung schon dem Tode nahe, doch werden sie von unseren Freiwilligen so roh behandelt und so eng in die Autos gepackt daß man es kaum mitansehen kann. Als heute morgen ein überladener Cadillac beim Anfahren auf die ostwärtsführende Autobahn schlingerte, verlor ein uralter Neger den Halt, fiel vom Dach, und landete Kopf voran auf dem Asphalt, wobei sein Schädel wie ein Ei platzte. Die Schwarzen, welche gerade das Auto beladen hatten, brachen in brüllendes Gelächter aus. Es war offenbar das Lustigste, was sie seit langem gesehen hatten.

Die Verhältnisse zwangen uns gegen manche Grundsätze unserer Logistik, und gegen sämtliche Sicherheitsbestimmungen, wie sie im Buch stehen, zu verstoßen, und wir mußten außergewöhnliche Risiken auf uns nehmen. Bei hunderten von Gelegenheiten hätten die Schwarzen uns angreifen können, weil wir so dünn verteilt waren, und uns oft genötigt sahen weit innerhalb ihrer knallvollen Enklaven zu arbeiten, ohne Ersatzpersonal hinter uns zu haben das uns im Falle von Gefahr zu Hilfe hätte kommen können.

Ich habe wirklich nicht genug Männer um diese Aufgabe richtig zu handhaben, und wir mußten 18 Stunden am Tag arbeiten, wobei wir uns oft so lange keine Rast gönnen konnten bis wir vor Müdigkeit fast umfielen. Es ist gut, daß morgen der letzte Tag ist. Weder ich noch meine Männer hätten das noch viel länger durchgehalten. Bei all dem hatten wir viel Glück, auf dessen Anhalten aber kein Verlaß ist.

Was wir soweit erreicht haben, ist trotzdem wirklich sehr bemerkenswert. Wir haben ungefähr eine halbe Million Nichtweiße, die das möglicherweise zu Fuß nie geschafft hätten, hinausbefördert. Für jeden einzelnen von ihnen ist nun das System verantwortlich; sie zu ernähren, zu kleiden und sie aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Zusammen mit den etwa sieben Millionen körperlich tauglichen Schwarzen und Mexikanern die wir ihnen schickten, haben wir ihnen eine ganz schöne Verpflichtung aufgehalst!

Diese ganze Evakuierung kommt einer neuen Art von Krieg gleich, einem demographischen Krieg. Nicht nur bekommen wir so die Nichtweißen aus unserem Gebiet heraus, sondern wir tun noch zwei zusätzliche Dinge die sich später für uns bezahlt machen werden. Indem wir sie in das Gebiet des Feindes schaffen, überbelasten wir dessen sowieso schon überbeanspruchte Wirtschaft und wir machen das Leben der Weißen in den Grenzgebieten nahezu unerträglich.

Selbst nachdem die Evakuierten über das ganze Land verteilt worden sind, werden sie durchschnittlich eine etwa 25 %-ige Vergrößerung der Bevölkerungsdichte der Nichtweißen außerhalb Kaliforniens zur Folge haben. Sogar für die völlig gehirngewaschenen weißen Liberalen sollte diese erhöhte Dosis von "Brüderlichkeit" schwer zu schlucken sein.

Auf meinem Weg zur Einheitsbesprechung vor ungefähr einer Stunde hielt ich an einem Aussichtspunkt, oberhalb der Hauptevakuierungsroute die aus Los Angeles herausführt, an. Es war nach Sonnenuntergang, aber noch hell genug um gut sehen zu können, und ich war ergriffen von dem Anblick des riesigen Stromes von dunkelhäutigem Leben, der sich langsam nach Osten bewegte. Soweit ich in beiden Richtungen sehen konnte, kroch die üble Flut dahin. Später werden wir die Straßenlampen entlang der Autobahn einschalten, und der Marsch wird die ganze Nacht weitergehen. Dann, wenn es am Vormittag warm wird, wird der Marsch der körperlich Tüchtigen soweit eingeschränkt, daß wir auf der Autobahn mehr Platz für unsere Fahrzeuge bekommen. Am Anfang hatten wir die schlechte Erfahrung gemacht daß, als wir die Maschierenden während des Tages weitergehen ließen, sie dann wie die Fliegen umfielen.

Der Anblick dieser riesigen, sich dahinwälzenden Scharen von Nichtweißen, erweckte bei mir ein überwältigendes Gefühl der Erleichterung, da sie sich von uns weg, aus unserem Gebiet heraus bewegten. Grauenvoll der Gedanke, am anderen Ende der Evakuierungsroute zu sein, und die Massen auf sich zukommen zu sehen, in das eigene Gebiet hinein.

Wenn die Bosse des Systems die Wahl hätten, würden sie die Neger an der Grenze mit Maschinengewehren zurücktreiben. Aber da die Grenze hauptsächlich mit nicht-weißen Truppen besetzt ist, ist es ziemlich unmöglich den Befehl zum schießen auf diese nicht-weiße Flut zu geben. Schon seit dem Beginn der Flut konnten sie sich keine Lösung ausdenken wie man sie aufhalten kann.

Sie sind die Gefangenen ihrer eigenen Propaganda, die behauptet, jede dieser Kreaturen sei ein "Gleicher" mit "menschlicher Würde" und so weiter, und mit Anspruch auf gebührende Behandlung. Ja, Mann, die Dinge haben sich hier schon ganz gut gemacht, und ich bin mir sicher, woanders sehen sie schwärzer und schwärzer aus!

Der Beweis dafür ist das Zurückfluten von weißen Flüchtlingen aus dem Osten in unser Gebiet. Von etwa einhundert am Tag vor zehn Tagen ist ihre Zahl jetzt auf einige Tausend täglich angewachsen. Unsere Grenzwachen haben bis heute Nachmittag insgesamt mehr als 25000 Weiße, die über die Grenze kamen, abgefertigt.

Es scheint, als ob die meisten von ihnen einfach davonrennen, um von den schwarzen Soldaten und den schwarzen und weißen Evakuierten wegzukommen, welche die Grenzgebiete des Feindes überflutet haben. Wenn sie die Möglichkeit haben nach Westen oder nach Osten zu rennen, dann rennen sie nach Westen.

Aber etwa 10% von ihnen kommen keinesfalls aus den Grenzgebieten. Sie sind weiße Freiwillige, die absichtlich herübergewechselt sind um bei uns mitzukämpfen. Einige kommen von weit her, selbst von der Ostküste, ganze Familien, sowie junge Männer, die sich zum Aufbruch entschlossen sobald es sich bei ihnen herumgesprochen hatte, daß unsere Revolution sich hier in der Tat durchsetzt.

24. Juli: Junge, Junge! Ich werde wirklich zu einem Allroundtalent. Bin gerade ins Hauptquartier von einer Instandsetzungsreise zu einer großen Umschaltstation in der Nähe von Santa Barbara zurückgekehrt. Dort gab es technische Schwierigkeiten, so daß fast jeden Tag unsere Stromversorgung unterbrochen wurde. Ich mußte herausfinden was fehlerhaft ist, und eine Reparaturmannschaft anfordern um den Fehler zu beheben. Ich werde natürlich froh sein, wenn wir das Leben der Zivilbevölkerung erst wieder geregelt haben, und die Leute, die für das Funktionieren der Versorgungseinrichtungen zuständig sind, wieder an ihrem Arbeitsplatz sein können.

Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen tun, d.h. zuerst die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und die Sicherstellung einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung erreichen. Wir haben immer noch keine befriedigende Ordnung, aber wir bringen jetzt schon genug Lebensmittel in das Stadtgebiet um die Leute vor dem Verhungern zu bewahren. Wie wir das bewerkstelligen, davon habe ich einen kleinen Einblick bekommen während meiner Fahrt nach Santa Barbara.

Auf dem Land begegnete ich buchstäblich hunderten von Gruppen organisierter Jugendlicher, einigen die in Obstplantagen und Gärten arbeiteten, und anderen die singend mit umgehängten Obstkörben an der Straße entlang marschierten. Sie sahen alle braungebrannt, glücklich und gesund aus. Ein großer Unterschied gegenüber dem Hunger und den Ausschreitungen in den Städten!

Als wir einmal neben einer Gruppe von etwa zwanzig Mädchen herfuhren, die alle dicke Arbeitshandschuhe anhatten und kunterbunt entweder kurze Hosen oder Latzhosen trugen, wies ich meinen Fahrer an zu halten. Ihre Führerin war eine sommersprossige 15-jährige, die Rattenschwänzchen trug und ihre Gruppe fröhlich als die 128. Nahrungsmittelbrigade von Los Angeles meldete. Sie hatten gerade eine fünfstündige Schicht beim Obstpflücken beendet und waren auf dem Weg zur Mittagspause in ihrem nicht mehr weit entfernten Zeltlager.

Na ja, dachte ich bei mir, als Brigade kann man das wohl kaum bezeichnen, aber offensichtlich ist unter der Zivilbevölkerung schon viel mehr Ordnung eingetreten als ich dachte. Mir war klar, daß das Mädchen zu jung war um ein Mitglied der Organisation sein zu können, und daß ihr, wie sich bald herausstellte, völlig das Verständnis der politischen Zusammenhänge fehlte.

Alles was sie weiß, ist, daß die Dinge dort in der Stadt schrecklich und unangenehm sind. Deshalb, als die nette Dame mit der Armbinde an der Verteilerstelle für Notrationen mit ihr und ihren Eltern gesprochen und ihnen gesagt hatte, daß Jugendliche, die sich freiwillig zur Landarbeit meldeten, gut versorgt würden und gut zu essen bekämen, waren sie damit einverstanden daß ihre Tochter da mitzumachte. Das war vor einer Woche, und gestern wurde sie bereits zur Führerin ihrer Gruppe ernannt.

Ich fragte sie, wie ihr ihre Arbeit gefällt. Sie sagte, daß sie wohl schwer ist, aber sie weiß, wie wichtig es ist daß sie und ihre Mädchen so viel Obst wie möglich pflücken, damit ihre Eltern und Freunde dort in der Stadt genug zu essen haben. Die Erwachsenen im Lager erklärten ihnen die Wichtigkeit ihrer Aufgabe.

Hat man sie auch über die Bedeutung der Revolution aufgeklärt? Nein, sie weiß gar nichts darüber, außer daß die mexikanischen Landarbeiter nun weg sind und die Weißen jetzt die ganze Arbeit selbst machen müssen. Sie glaubt daß das wahrscheinlich eine gute Sache ist. Außerdem hat man den Mädchen nur beigebracht wie sie ihre speziellen Arbeiten zu verrichten haben. Sie bekamen auch etwas Hygieneunterricht und lernten schöne Lieder, die sie bei der Arbeit und abends am Lagerfeuer sangen.

Sieh mal einer an, kein schlechter Anfang für 12 bis 15 jährige. Für weitere Schulungen wird später noch Zeit sein. Wenn nur die Erwachsenen so zur Zusammenarbeit bereit wären wie die Jugendlichen!

Die Mädchen hatten sich jedoch über eines beschwert: das Essen. Es war zwar reichlich davon vorhanden, aber nur Früchte und Gemüse; kein Fleisch, keine Milch, auch kein Brot. Offenbar müssen die Leute, die die Nahrungsmittelbrigaden organisieren, auch noch einige logistische Probleme in den Griff kriegen. Wir tauschten mit den Mädchen einen halben Karton mit Sardinenkonserven und ein paar Schachteln mit trockene Keksen die wir im Auto hatten gegen einen Korb voller Äpfel ein, und beide Seiten waren der Ansicht ein gutes Geschäft gemacht zu haben.

Als wir danach, nicht weit davon entfernt, nördlich von Los Angeles durch die Berge kamen, begegneten wir einer langen Marschkolonne, die schwer bewacht war von GI's und Personal der Organisation. Als wir langsam vorrüberfuhren, schaute ich mir die Gefangenen genauer an um ihre Herkunft zu erkennen. Sie schienen weder Schwarze noch Mexikaner zu sein, aber andererseits schienen nur einige von ihnen Weiße zu sein. Viele der Gesichter waren ausgeprägt jüdisch, während Gesichtszüge oder Haare anderer auf negroiden Einschlag schließen ließen. Die Spitze der Kolonne bog von der Hauptstraße auf einen wenig benutzten Jägerpfad ab, der sich in einem mit Felsbrocken bedeckten Canyon verlor, während sich das Ende mehrere Meilen in Richtung auf die Stadt zu erstreckte. Allein der Teil der Kolonne an dem wir vorüber fuhren umfaßte mindestens 50.000 Marschierende, bei denen alle Altersstufen und beide Geschlechter vertreten waren.

Ins Hauptquartier zurückgekehrt erkundigte ich mich nach dieser eigenartigen Kolonne. Niemand wußte etwas Genaues, aber man war sich darüber einig daß es sich um Juden und Gemischtrassige handeln mußte, mit einer zu hellen Hautfarbe um sie bei den nach Osten Evakuierten eingliedern zu können. Ich erinnere mich jetzt an etwas, was mir vor einigen Tagen Rätsel aufgegeben hatte: die Frage, wie man im Zuge der Zusammenziehungs- und Evakuierungsmaßnahmen die sehr hellhäutigen Neger, fast weißen Achtel- und Viertelneger und die nicht klassifizierbaren Bastarde aus verschiedenen asiatischen und südlichen Gefilden von den übrigen trennen könnte.

Nun glaube ich das Ganze zu verstehen. Mit der Ausweisung der klar unterscheidbaren Nichtweißen wollen wir erreichen daß der "Rassendruck" auf die Weißen außerhalb Kaliforniens anwächst. Das Vorhandensein von mehr "Fast-Weißen" würde die Sache nur verwirren, und es besteht immer die Gefahr, daß sie zu einem späteren Zeitpunkt als Weiße durchgehen könnten. Es ist besser sich mit ihnen jetzt sofort zu befassen, sobald wir sie in unsere Hände kriegen. Ich habe eine leise Ahnung, daß ihre "Reise" in den Canyon nördlich von hier eine Fahrt ohne Rückkehr sein wird!

Offensichtlich muß noch viel gesiebt werden. Wir haben die rein von Schwarzen und Mexikanern bewohnten Gebiete und bestimmte rein jüdische Wohngegenden "frei" gemacht, aber es gibt immer noch Gebiete, miteingeschlossen fast die Hälfte der von uns kontrollierten städtischen Randgebiete, wo vollkommenes Chaos herrscht. Juden, die mit reaktionären weißen Elementen in diesen Gebieten Zusammenarbeiten, werden von Tag zu Tag dreister. In den schlimmsten Teilen finden sogar dauernd Demonstrationen und Ausschreitungen statt, und in anderen Teilen verwenden die Juden Flugzettel und andere Mittel um den allgemeinen Aufruhr aufrechtzuerhalten. Seit Freitag sind vier unserer Leute von Scharfschützen getötet worden. Es muß bald etwas geschehen!

25. Juli: Heute war ein erfreulicher Tag im Gegensatz zu meiner in letzter Zeit verrichteten Arbeit. Ich habe eine große Zahl der Freiwilligen befragt die seit dem 4. Juli auf unser Gebiet überwechselten, um etwa hundert von ihnen für einen Spezialtrupp zur Problemlösung auszuwählen, der bald damit anfangen soll, auf regelmäßige und systematische Weise die technischen und logistischen Routinearbeiten durchzuführen die ich bisher mit meiner Mannschaft am Halse hatte.

Die Leute, mit denen ich sprach, waren bereits ausgesiebt worden bevor sie zu mir kamen, und haben alle eine technische Ausbildung oder eine im Industriemanagement. Es waren ungefähr dreihundert Männer, dazu etwa hundert Ehefrauen und Kinder, ein erfreuliches Zeichen des beträchtlichen Stroms von frischem Blut in unser Gebiet. Ich kenne die bis jetzt vorhandene Gesamtzahl nicht, aber ich weiß, daß die Organisation in den letzten drei Wochen ihre Stärke in Kalifornien um ein vielfaches vergrößert hat. Dabei nehmen wir nur einen kleinen Teil der sich meldenden Freiwilligen an.

Die große Mehrheit wurde entweder zu Arbeitsbrigaden zusammengestellt um in erster Linie Farmarbeit zu verrichten, oder im Falle der Männer im wehrfähigen Alter in Wehrmachtsuniformen gesteckt. Wir rüsteten sie mit Gewehren aus, die wir aus den zerbombten Waffendepots der Nationalgarde geborgen hatten. Auf die Weise vergrößern wir nach und nach die allgemeine Kampfstärke, wenn nicht sogar die Leistungsfähigkeit der militärischen Verbände die unter unserer Gewalt stehen. Viele dieser "Instantsoldaten" hatten keine oder nur eine geringe militärische Ausbildung, und wir hatten bis jetzt auch einfach keine Gelegenheit sie einer ideologischen Schulung zu unterziehen, so wie sie die neuen Mitglieder der Organisation erhalten, dennoch sind sie im Durchschnitt unserer Sache sympathischer gesinnt als der Berufs-GI. Wir werden sie so schnell wir können in die Berufseinheiten integrieren.

Mit den Leuten, die heute zu mir kamen, warf ich die Frage auf, welche Vorkehrungen sie gegenwärtig für ihr tägliches Leben getroffen hätten und in welcher Situation sich ihre Familien befänden. Ich erkundigte mich auch nach ihrer Ausbildung und Berufserfahrung. Fast allen wurde Wohnraum in einem vor kurzem freigewordenen Wohnblock in einer ehemaligen Negerviertel gleich südlich des Stadtgebietes von Los Angeles zugewiesen. Dort hat die Organisation in einem kleinen Apartmentgebäude ein neues Einheitshauptquartier eingerichtet, und da haben auch diese Interviews stattgefunden.

Von den Leuten, mit denen ich sprach, haben nur sehr wenige Beschwerden vorgebracht, obgleich sie alle den außergewöhnlich schmutzigen Zustand der Gebäude erwähnten in welche sie eingezogen sind. Einige der Wohnungen sind so verdreckt daß sie schlechterdings nicht bewohnbar sind. Jedoch haben alle fröhlich mitangepackt, und die Bemühungen des Desinfizierens, Schrubbens und Neuanstreichens haben nach nur wenigen Tagen schon eine beachtliche Verwandlung hervorgerufen.

Ich machte einen kurzen Inspektionsgang und es war herzerfreuend, mitansehen zu können wie hübsche weiße Kinder dort ruhig spielten, wo zuvor Horden brüllender junger Schwarzer umhergeschwärmt waren. Eine Elterngruppe von mehr als zwanzig Personen arbeitete immer noch auf dem Gelände das zu den Wohnblöcken gehört. Sie hatten einen ziemlichen Berg Müll zusammengetragen: Bierbüchsen, Zigarettenschachteln, leere Kartons von Fernsehgerichten, demolierte Möbel und zusammengerostete Haushaltsgeräte. Zwei Frauen hatten ein größeres Stück des öden, zertrampelten Rasens abgesteckt und gruben die Erde für einen Gemeinschaftsgarten um. In den Fenstern, die bis jetzt nur zerrissene Pappmarkiesen kannten, sah man schon hellfarbige Vorhänge, die vermutlich aus Leintüchern genäht und selbst gefärbt waren. wie ich mir vorstelle -- aufgehängt worden. Frische Blumen befinden sich nun auf den Fensterbänken, die vorher nur von leeren Bierflaschen belagert waren.

Die meisten Leute sind nur mit dem, was sie auf dem Körper trugen, hier angekommen. Sie haben alles zurückgelassen, und ihr Leben riskiert nur um bei uns sein zu können. Es ist eine Schande, daß wir jetzt nicht in der Lage sind mehr für sie zu tun, aber das sind standfeste Leute, die ziemlich gut für sich selbst sorgen können.

Einer der ersten Freiwilligen, den ich heute morgen aussuchte, war ein Mann, der irgendwo einen geeigneten Lastwagen auftreiben soll, um mit ihm regelmäßig Müll aus der neuen Kolonie wegzufahren, und jeden Tag Nahrungsmittel von der nächsten Verteilerstelle, die etwa sechs Meilen entfernt ist, heranzubringen. Er ist selbst verantwortlich für die mechanische Instandhaltung und muß sich wo immer er kann sein Benzin selbst beschaffen, solange wir noch nicht die Zeit haben ein neues Treibstoffversorgungssystem einzurichten. Er ist sechzig Jahre alt und hat früher eine eigene Kunstoff-Fabrik in Indiana besessen, aber er ist glücklich, daß er hier als Müllmann arbeiten kann!

Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem wir die allgemeine Situation der Zivilbevölkerung wieder gänzlich in die richtigen Bahnen gelenkt haben, wird die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in unserem Teil von Kalifornien etwas weniger als die Hälfte der noch vor einem Monat vorhandenen betragen. Es wird über die Maßen viel Wohnraum für neu ankommende Leute vorhanden sein, und später werden wir wahrscheinlich die Hälfte der Wohn- und Industriegebiete in Los Angeles-Land einebnen, Bäume pflanzen und Parks anlegen. Doch das ist Zukunftsmusik, und unser unmittelbares Ziel ist nur, die neuen Leute vorübergehend in solchen Gebieten anzusiedeln die gut getrennt sind von jenen, die wir noch nicht befriedet und wo wir das "Unkraut" noch nicht vertilgt haben.

Aber sogar der kleine Anfang, den wir bereits gemacht haben, erfüllt mich mit Freude und Stolz. Es ist wie ein Wunder, wenn man die Straßen entlang spaziert, die noch vor ein paar Wochen proppenvoll mit Nichtweißen waren, die faul an jeder Straßenecke und jedem Eingang herumlungerten, und wo man jetzt nur weiße Gesichter sieht -- saubere, glückliche, begeisterte weiße Gesichter, entschlossen und voller Hoffnung für die Zukunft! Kein Opfer ist zu groß, um unsere Revolution erfolgreich zu Ende zu führen und für alle diese Zukunft sicherzustellen -- für die Mädchen der 128. Nahrungsmittel-Brigade von Los Angeles und für Millionen andere wie sie, im ganzen Land!



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