Die Turner-Tagebücher

Kapitel 21


11. Juli 1993: Das war ein arbeitsreicher Tag! Nun werden wir in diesem Gebiet wieder einigen Strom von einem der Wasserkraftwerke im Norden bekommen, aber nicht viel. Die Stromversorgung muß deshalb strengstens rationiert werden, und ich habe den ganzen Tag damit zugebracht um im einzelnen festzulegen welche Stadtteile mit Strom zu versorgen sind, und dann Gruppen einzuteilen die gewisse Elektrizitätsleitungen abtrennen oder abschalten und andere wieder anschließen. Wenn die Rationierung erfolgreich ist, könnte es sein daß wir auch noch andere Stadtteile mit Strom versorgen können.

Gestern abend habe ich herausgefunden warum Washington nicht versucht hat, Truppen aus anderen Teilen des Landes hierher zu schicken: wohl deswegen, weil wir das Vandenberg-AFB im Besitz haben, und alle dortigen Raketensilos!

In den ersten 48 Stunden nach unserem Angriff am Montagmorgen letzter Woche, war das System in solcher Panik und die militärische Situation so ungewiß daß große Truppenverschiebungen unmöglich waren. Obgleich wir so dünn gesät waren daß wir keine Chance hatten, mit Ausnahme der Westküste, weitere Gebiete zu besetzen und auch zu halten, haben wir doch überall ein ungeheures Maß an Störungen, Durcheinander und Verwirrung verursacht.

In anderen Teilen des Landes waren unsere Leute innerhalb des Militärs angewiesen worden, Aktionen durchzuführen, die darauf abzielten ihre Einheiten vorübergehend lahmzulegen. Das bedeutete weniger Sabotage, Brandstiftung und Zerstörung, aber in einem viel größeren Maß gezielte Erschießungen. In den Einheiten mit einem hohen Anteil von Nichtweißen schossen unsere Leute Schwarze wahllos nieder, wobei sie mit Ausrufen wie "White Power!" absichtlich eine schwarze Reaktion provozierten. Dies erreichten wir durch die gleiche Taktik die wir hier so erfolgreich anwandten: die Besetzung von Radiosendern, die dann heuchlerische Aufrufe an die Schwarzen ausstrahlten, die Gewehre auf ihre weißen Offiziere zu richten.

In einigen anderen Einheiten wurden die Kommunikationszentralen besetzt, und Berichte gefunkt die den falschen Eindruck erweckten, die Einheiten wären zu uns übergelaufen.

Obendrein haben wir für die Zivilbevölkerung ein wahres Chaos angerichtet. Kraftwerke, Kommunikationseinrichtungen, Stauseen, Autobahnkreuzungen von entscheidender Bedeutung, Benzinraffinerien und Tankanlagen, Gasleitungen und alles andere, was man nur hochjagen oder niederbrennen konnte, wurde am Montag morgen im ganzen Land in einem allumfassenden Einsatz angegriffen um unter der Zivilbevölkerung Panik zu verursachen und das System mit den damit verbundenen Problemen zumindest vorübergehend beschäftigt zu halten.

In diesem Zusammenhang erfuhr ich auch daß der Überfall auf die Evanston-Anlage am Montag morgen stattfand. Als ich hörte daß es ein totaler Erfolg war, freute ich mich ungeheuerlich darüber, denn dadurch haben wir wichtige Vorteile erreicht.

Bis das System die Lage beurteilen konnte und genügend Vertrauen in die Loyalität seiner militärischen Einheiten wiedergewonnen hatte um den Versuch weiteren Widerstands machen zu können, hatten wir die Säuberung von Vandenberg beendet und unser Ultimatum bekanntgegeben: Jede Militärbewegung gegen uns würden wir unsererseits mit dem Abschuß von Atomraketen auf New York und Tel Aviv beantworten. Deswegen war alles so ruhig in den letzten paar Tagen!

Jetzt verstehe ich auch die allgemeine Strategie des Revolutionskommandos, die mir so lange unbegreiflich war und zu so vielen Bedenken führte. Dem RK war die ganze Zeit über klar, daß es mit unserer gegenwärtig noch zu geringen Stärke keine Möglichkeit gab einen militärischen Schlag zum Sturz des Systems in einem genügend großem Umfang führen und lange genug aufrechterhalten zu können. Wir hätten natürlich unseren Partisanenkrieg zur Wirtschaftssabotage und psychologischen Kriegführung noch ziemlich lange Zeit fortsetzen können, aber die Zeit arbeitete letzten Endes für das Systems. Die immer größer werdende Macht der Polizei hätte uns letztlich lahmgelegt, wenn es uns nicht gelungen wäre den enormen Durchbruch zu erzielen, der unsere Reihen nun wesentlich vergrößert hat.

Nun, wir haben den Durchbruch jetzt geschafft, und zumindest haben wir jetzt das Potential für eine sehr beträchtliche Vergrößerung. Allein im Stadtgebiet von Los Angeles leben etwa zwölf Millionen Menschen unter unserer Kontrolle. Wie groß die gesamte Bevölkerungsbasis ist, aus der wir schöpfen können, ist immer noch unklar, angesichts der abnormalen Situation in Nordkalifornien.

Unter der direkten Kontrolle der Organisation befindet sich in Kalifornien im Moment ein Streifen Land, der sich von der mexikanischen Grenze bis etwa 150 Meilen nordwestlich von Los Angeles, und von der Küste 50 bis 100 Meilen landeinwärts erstreckt. Einbezogen in diesen Streifen sind San Diego, Los Angeles und die überaus wichtige Vandenberg-Luftwaffenbasis. Die Sierras und die Mohave Wüste bilden eine natürliche Grenze zu unserem Territorium.

In einem weiteren Küstenstreifen, der sich fast bis zu Grenze von Oregon erstreckt und die Städte San Francisco und Sacramento einschließt, scheint eine gegen das System gerichtete militärische Splittergruppe die Führung innezuhaben, aber soweit ich weiß haben wir unsere Autorität dort noch nicht durchgesetzt. Leider scheinen auch entgegen früheren Gerüchten die Staaten Oregon und Washington noch immer fest unter der Kontrolle des Systems zu stehen.

Sonst ist im Land alles in allgemeinem Aufruhr, und unsere Blitzüberfälle gehen weiter. Aber das System ist immer noch nicht in der Gefahr eines unmittelbaren Zusammenbruchs. Die Hauptsorge der Regierung scheint es zu sein, daß sie nicht sicher ist ob sie ihren eigenen Streitkräften vertrauen kann oder nicht. Diese Unsicherheit hat zur Folge daß in einigen Gebieten die Truppen immer noch auf ihre Standorte beschränkt sind, obgleich sie zur Herstellung der öffentlichen Ordnung dringend benötigt würden.

In einigen Gebieten, in denen die Krawalle der Zivilisten am schlimmsten sind, in erster Linie wegen Unterbrechungen in der Lebensmittelversorgung, setzt die Regierung militärische Sondereinheiten ein die nur aus Nichtweißen zusammengestellt sind. Einige dieser gänzlich aus Negern bestehenden Einheiten wurden nun in die Grenzgebiete um unsere Enklave in Kalifornien geworfen.

Die nächste Einheit dieser Art liegt in Barstow, ungefähr 100 Meilen nordwestlich von hier. Die Berichte weißer Flüchtlinge, die nach und nach in unser Gebiet kamen, können einen ziemlich krank machen: Massenvergewaltigungen und die Terrorisierung durch schwarze Soldaten, die sich als Herren über die ortsansässige weiße Bevölkerung aufspielen. Ich empfinde Haß, wenn ich von solchen Dingen höre die mit weißen Menschen getrieben werden, aber die Reaktion darauf kann für uns nur günstig sein. Ebenso ist es gut daß wir das System gezwungen haben sein fehlendes Vertrauen in die weiße Bevölkerung und seine Abhängigkeit von nicht-weißen Elementen offen zu zeigen.

Was jedoch im Moment für uns am allerwichtigsten ist, daß die Regierung keinen Versuch macht, mit Gewalt in unser Territorium einzudringen. Daran wird sie durch unsere Drohung mit Vandenberg gehindert, wenn auch diese Situation sicherlich nicht für immer andauert. Aber zunächst ergibt sich für uns eine Chance bei unserem Versuch, die Zivilbevölkerung hier unter Kontrolle zu bekommen.

Hier ist nämlich immer noch der Teufel los. Es gibt mehr Brände als jemals zuvor und die Krawalle haben sich ausgebreitet. Selbst mit dem ganzen jetzt dem Namen nach auf unserer Seite stehenden Militärpersonal haben wir einfach nicht genug Leute um die Ordnung aufrechtzuerhalten, gleichzeitig lebenswichtige Einrichtungen wiederherzustellen und ein Notsystem zur Verteilung von Lebensmitteln einzurichten.

Alles zusammengenommen stehen uns Streitkräfte von ungefähr 40.000 Mann zur Verfügung, fast zwei Drittel davon hier im Stadtgebiet. Das restliche Drittel ist von San Diego bis Vandenberg verstreut. Es bleibt trotzdem für uns eine kitzlige Situation, weil die Systemtruppen den Mitgliedern der Organisation in diesem Gebiet zahlenmäßig 20:1 überlegen sind. Ein Verhältnis das eigentlich nur halb so schlecht ist, als ich zuerst annahm, aber immer noch sehr dürftig! Dabei sind die meisten dieser Soldaten der Organisation zu keiner Loyalität verpflichtet, und wissen in der Tat überhaupt noch nicht daß ihre Befehle von uns kommen.

Bis jetzt haben wir sie Tag und Nacht so beschäftigt, daß sie keine Zeit gehabt haben viele Fragen zu stellen. Mitglieder der Organisation wurden jeder militärischen Einheit von Kompanieebene an aufwärts zugeteilt, und Henry, den ich gestern abend kurz traf, meint, wir hätten sie ziemlich gut im Griff. Ich hoffe, daß es wirklich so ist!

Ich hatte Gelegenheit mich mit einigen Soldaten zu unterhalten, die wir zum Treibstoff eintreiben und als Reparaturmannschaften für die Versorgungseinrichtungen eingesetzt haben. Sie scheinen durch drei Tatsachen beeindruckt zu sein: daß die Regierung in Washington hier draußen vollkommen die Kontrolle verloren hat; daß die Schwarzen innerhalb und außerhalb des Militärs ein gefährliches und unzuverlässiges Element sind; und besonders daß sie, gut ausgerüstet mit Waffen und mit Nahrungsmitteln versorgt, im Augenblick viel besser stehen als die Zivilbevölkerung.

Aber ideologisch sind sie in einer armseligen Verfassung! Einige von ihnen stehen schon ein bißchen auf unserer Seite, andere sind noch total vollgepfropft mit den Ideen, welche die Gehirnwäsche des Systems bewirkt hat. Doch die meisten sind irgendwo zwischendrin angesiedelt. Das Einzige, was sie im Moment nicht aus der Reihe tanzen läßt, ist die hiesige Abwesenheit von jedweder alternativen Stelle mit Autorität.

Das System ist noch nicht einmal soweit gekommen, die Loyalitätsaufrufe an unsere Soldaten auszusenden. Wahrscheinlich deswegen nicht, weil man dadurch vor dem übrigen Land zugestehen würde daß unsere Erfolge hier doch ziemlich groß sind. Der momentanen offiziellen Linie des Systems zufolge ist die Situation unter bester Kontrolle und die "rassistischen Gangster" in Kalifornien (das sind wir) werden bald verhaftet oder liquidiert werden. Da wir Tag und Nacht Aufrufe zur Revolte an die Soldaten des Systems richteten und außerdem ein viel rosigeres Bild von der hiesigen Situation zeichneten als sie wirklich war, hört sich die Story des Systems ziemlich leer an. Statt unsere Behauptungen zu bestreiten ist das System deshalb einfach dazu übergegangen unsere Sendungen zu stören, was wahrscheinlich die klügste Vorgehensweise seinerseits ist.

14. Juli: Die erste beträchtliche Nahrungsmittellieferung ist heute im Stadtgebiet eingetroffen, ein Konvoi aus etwas mehr als 60 Lastzügen, vollbeladen mit Gemüse und Obst aus dem San Joaquin Tal. Sie entluden ihre Fracht an 30 Notversorgungsstellen die wir bis jetzt in den weißen Bezirken eingerichtet haben, aber das war wie ein Tropfen auf einen heißen Stein, denn wir benötigen ja jeden Tag fünfmal soviel Nahrungsmittel für die weiße Bevölkerung um ihr nur gerade das überleben zu ermöglichen.

Hier sind noch große Mengen von nicht verderblichen Nahrungsmitteln in Lagerhäusern vorhanden, während alle Lebensmittelgeschäfte total ausgeplündert sind. Sobald wir etwas besser organisiert sind, alles gefunden und eine Bestandsaufnahme gemacht haben, können wir diese lagerfähigen Lebensmittel zur Ergänzung der neu hereinkommenden frischen verwenden. Zwischenzeitlich sind ein paar scheußliche Zwischenfälle in einigen Lagerhäusern passiert, bei denen wir mehrere Leute erschießen mußten die sich mit einem "nein" nicht zufrieden geben wollten.

Doch mit wirklich widerlichem Geschäft bekamen wir es in den schwarzen und gemischtrassigen Gebieten zu tun. Daher habe ich die letzten zwei Tage damit verbracht, den Bergungsmannschaften Anweisungen zu geben, in den Gebieten welche die Truppen gerade gesäubert hatten.

Die Aufgabe der Soldaten ist es, die Schwarzen vom Rest der Bevölkerung zu trennen und sie auf Gebiete mit Zugangskontrolle zu beschränken, bis sie im Konvoi aus unserer Enklave herausgebracht werden können. Das wird auf eine ganz einfache und klare Weise durchgeführt. Ein Anhaltegebiet für Schwarze wird bestimmt, das so gewählt wird daß es sich in der Nähe einer Autobahn, die nach Osten führt, befindet und alle Ausfahrten aus dem Gebiet leicht zu blockieren sind. Panzer und Maschinengewehrmannschaften gehen an diesen Ausfahrten in Position.

Dann beginnt das "Aufräumen" in den umliegenden Wohngebieten, wobei man sich in Richtung auf das zugeteilte Anhaltegebiet bewegt. Den Infanteriemannschaften fahren Lautsprecherwagen voran, die immer wieder Ansagen wiederholen wie: "Alle Schwarzen müssen sich sofort an der Martin Luther King Grundschule in der 47. Straße zur Entgegennahme von Essen und Wasserzuteilungen einfinden. Jeder Schwarze der nördlich der 43. Straße nach ein Uhr angetroffen wird, wird ohne Anruf erschossen. Alle Schwarzen müssen sich......."

Anfänglich verhielten sich einige Gruppen von Schwarzen unnachgiebig, und versuchten sich den Soldaten zu widersetzen, in der Vorstellung daß die "Honkies" doch nicht auf sie schießen würden. ( Hinweis für den Leser: "Honky" war eines der vielen von Negern verwendeten abfälligen Dialektwörter, mit denen Weiße in den drei Jahrzehnten vor der Großen Revolution bezeichnet wurden. Ihre Herkunft ist ungewiß.) Jedoch haben sie ihren Fehler sehr bald eingesehen und das hat sich schnell herumgesprochen.

Die meisten Schwarzen bewegten sich auf den Straßen welche in die festgelegten Gebiete führen, ein oder zwei Häuserblocks vor der langsam vorrückenden Infanterie her, welche jedes Gebäude an der sie vorüberkam schnellen Durchsuchungen unterzog. Schwarze, welche das Gelände nicht schon geräumt hatten, wurden mit aufgepflanztem Bajonetten unsanft auf die Straßen getrieben. Wenn sie irgendwelchen Widerstand leisteten, wurden sie auf der Stelle erschossen, und das Krachen dieser gelegentlichen Pistolenschüsse war sehr hilfreich um die übrigen Schwarzen in Bewegung zu halten.

Bis jetzt gab es nur etwa ein halbes Duzend Vorfälle bei denen Schwarze sich verbarrikadierten und mit geschmuggelten Waffen auf unsere Soldaten schossen. Jedesmal wenn das passiert, umgehen die Soldaten das besetzte Gebäude und fordern einen Panzer an, welcher das Gebäude mit Kanonen- und Maschinengewehrfeuer durchsiebt.

Wieder einmal erweist es sich als eine verdammt gute Sache, daß die Zivilbevölkerung vom System vor Jahren entwaffnet worden ist. Wenn mehr Schwarze Waffen besäßen, würde es in Anbetracht ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit nicht möglich sein mit ihnen fertig zu werden.

Die Bergungsmannschaften rücken gleich nach der Infanterie nach. Unsere Aufgabe ist es den Lagerbestand aufzunehmen und alle lebenswichtigen Vorräte und Einrichtungen sicherzustellen: Benzin und größere Mengen anderer Brennstoffe, nicht verderbliche Lebensmittel, Vorräte an Arzneimitteln, schwere Transportfahrzeuge, gewisse Industrieeinrichtungen, etc.

Die Schwarzen haben so ziemlich alle Nahrungsmittel in ihrem Gebiet geplündert, und viele andere Sachen nach denen wir suchten sinnlos zerstört. Trotzdem finden wir noch manches was sie übersehen haben, einschließlich mehr als vierzig Tonnen Fischmehl in einer Tierfutterfabrik, gerade heute morgen. Das Zeug schmeckt zwar nicht sehr gut, aber allein dieser eine Stapel reicht aus, um den Mindestbedarf an Protein für 100.000 Menschen eine Woche lang zu decken. Und gestern stießen wir auf 30.000 Gallonen flüssigen Chlors, welches zur Wasseraufbereitung gebraucht wird. Wir haben auch den größten Teil der Lagerbestände an Medikamenten eines Krankenhauses und zweier Kliniken bergen können, in denen die Lagerräume noch immer intakt waren, auch nachdem aufständische Schwarze die Gebäude geplündert hatten.

Auch haben wir entsetzliches Zeugnis darüber vorgefunden wie die Schwarzen auf eine zusätzliche Weise ihre Nahrungsmittelknappheit gelöst haben: Kannibalismus. Offenbar fingen sie bereits am Dienstag morgen letzter Woche damit an, Barrikaden auf einer Hauptstraße zu errichten um von Weißen gefahrene Autos anzuhalten. Die unglücklichen Weißen wurden aus ihren Autos gezerrt, in ein nahegelegenes Restaurant für Schwarze gebracht, geschlachtet, gesotten und verzehrt.

Zu einem späteren Zeitpunkt organisierten die Schwarzen Jagdgesellschaften und machten Überfälle in weiße Gebiete. Im Keller eines von Schwarzen bewohnten Gebäudes fanden wir eine unbeschreiblich grauenhafte Szene vor, welche vom Erfolg ihrer Überfälle Zeugnis ablegte.

Nachdem wir damit fertig waren, den erbeuteten Kram in einem danebengelegenen Lagerhaus durchzusehen, wurden eine Gruppe meiner Leute und ich, als wir auf die Straße hinaus kamen, auf einen Tumult vor dem Gebäude aufmerksam. Eine Gruppe GI's, die vor dem Eingang durcheinander liefen, waren augenscheinlich über etwas sehr bestürzt. Einer von ihnen kam aus dem Wohngebäude gerannt, begann zu würgen und übergab sich auf den Bürgersteig. Danach führte ein anderer ein junges weißes Mädchen mit entsetztem Gesichtsausdruck aus dem Gebäude. Sie war etwa zehn Jahre alt, nackt, schmutzig und stand sichtlich unter Schockwirkung.

Nachdem ich mir einen Weg in das Gebäude gebahnt hatte, fuhr ich vor dem furchtbaren Gestank zurück, von dem die Örtlichkeit durchdrungen war. Ein vor Nase und Mund gehaltenes Taschentuch schien dem nicht abzuhelfen, aber mit meiner Taschenlampe ausgerüstet ging ich dennoch an zwei weiteren heraufkommenden GI's vorbei die Kellertreppe hinunter. Der eine trug ein still vor sich hin starrendes Mädchen im Alter von ungefähr vier Jahren, das zwar lebte, aber offenbar zu schwach war, um gehen zu können.

Der Keller, der durch zwei Petroleumlampen die an Heizungsröhren hingen beleuchtet war, war von den Schwarzen des Wohngebäudes in ein Schlachthaus für Menschen verwandelt worden. Der Boden war schlüpfrig durch halbgeronnenes Blut. Es standen einige Waschzuber voll mit stinkenden Gedärmen und andere mit abgeschnittenen Köpfen herum. Darüber baumelten vier winzige menschliche Schenkel an Drähten.

Unter einer der Lampen auf einer hölzernen Werkbank, sah ich das Schrecklichste, was ich jemals zu Gesicht bekam. Das war der geschlachtete und teilweise verstümmelte Körper eines Mädchens von etwa fünfzehn Jahren. Ihre blauen Augen starrten leer zur Decke, und ihre langen blonden Haare waren mit dem Blut bedeckt das aus einer klaffenden Wunde an ihrem Hals geströmt war.

Es würgte mich und ich stolperte zurück die Treppen hinauf und hinaus in die Helligkeit. Ich konnte mich nicht überwinden, noch mal in den schrecklichen Keller hinunter zu gehen, aber ich schickte zwei von meiner Mannschaft mit Kameras und Leuchten hinein um eine genaue fotografische Aufzeichnung zu machen. Die Fotografien werden für die politische Schulung der Truppe sehr nützlich sein.

Draußen vor dem Gebäude erfuhr ich von einem der GI's daß man Körperteile von mindestens dreißig Kindern, alles Weiße, im Keller vorgefunden hat, zusammen mit zwei Kindern die noch lebten. Sie waren in einer der Ecken an ein Leitungsrohr angebunden worden. Im Hinterhof des Gebäudes befand sich ein improvisierter Bratrost und ein großer Haufen kleiner menschlicher Knochen -- säuberlichst abgenagt. Wir haben auch vom Hinterhof Fotografien gemacht.

Das von mir erlebte bezieht sich nur auf schwarze Gebiete, aber ich habe auch ziemlich schlimme Geschichten von unseren Leuten gehört die in Weißen- und Chicano-Gebieten waren. Allerdings wurde über keine Fälle von Kannibalismus berichtet -- in dieser Hinsicht sind die Schwarzen wirklich eine Rasse für sich -- aber es haben viele Tötungen beim Kampf um Nahrungsmittel stattgefunden. Weiter gab es einige schauderhafte Greueltaten durch Schwarze, die in weiße Gebiete eingedrungen waren und Häuser eingenommen hatten, besonders in den reicheren Bezirken, wo die Häuser weiter voneinander entfernt stehen.

In mehr positiver Hinsicht ist festzustellen daß sich in einigen vorherrschend von Weißen bewohnten Mittelklasse- und Arbeitergegenden Leute zusammengeschlossen haben um sich gegen Einfälle von Schwarzen und Chicanos zu schützen. Das ist eine erfreuliche aber überraschende Entwicklung in Anbetracht des Wählerverhaltens dieser Schwachköpfe hier draußen in jüngster Zeit. Ist es möglich, daß es der jahrelangen jüdischen Gehirnwäsche mit ihren Wahnideen mißlungen ist, sich in der Masse der Weißen für immer festzusetzen?

Tatsächlich, so befürchte ich, haben sie sich in viel zu vielen Fällen dauerhaft eingenistet. In den gemischtrassigen Wohngebieten z.B. haben die Weißen in den letzten zehn Tagen schreckliches erlitten, doch haben sie so gut wie keine Anstrengungen gemacht um sich zu schützen. Natürlich ist die Selbstverteidigungsmöglichkeit ohne Waffen hauptsächlich eine Frage der Anzahl der zur Verfügung stehenden Menschen, aber der Wille zum überleben gehört auch dazu. Obgleich die Weißen nur in einigen der rassisch gemischten Wohngebieten zahlenmäßig unterlegen sind, scheinen sie meist das Empfinden für ihre Identität und Einheit verloren zu haben, welche die Schwarzen und Chicanos sich immer noch erhalten haben.

Am allermeisten scheinen jedoch viele davon überzeugt zu sein, jedweder Art der Selbstverteidigung wäre "rassistisch", und sie fürchten sich mehr davor, als Rassisten angesehen zu werden oder sich selbst so zu bezeichnen, als vor dem Tod. Sogar als Banden von Schwarzen ihnen ihre Kinder wegnahmen oder ihre Frauen vor ihren Augen vergewaltigten, haben sie keinen nennenswerten Widerstand geleistet. Es ist zum Kotzen!

Es fällt mir schwer, Mitleid mit Weißen zu haben, die nicht wenigsten den Versuch machen sich zu verteidigen, und es ist für mich noch schwieriger, einzusehen warum wir unser Leben aufs Spiel setzen um solch gehirngewaschenen, menschlichen Abschaum vor dem Schicksal zu bewahren das er so wohlverdient hat. Und gerade in den gemischtrassigen Gebieten haben wir größte Schwierigkeiten, und es drohen uns die größten Gefahren!

Wir schießen nur widerstrebend auf Menschenansammlungen wobei wir Weiße sowie auch Nichtweiße töten könnten, und die Mistkerle haben das erkannt und nutzten es zu ihrem Vorteil aus. In einigen Wohngegenden bekamen wir es mit solch großem Widerstand zu tun, daß es uns fast unmöglich wurde unser gesetztes Ziel zu erreichen, die verschiedenen Rassegruppen in speziellen Enklaven abzusondern.

Beim Versuch der Rassentrennung sind wir noch auf ein anderes großes Problem gestoßen, denn viele Menschen in diesem Gebiet können nicht leicht als Weiße oder Nichtweiße klassifiziert werden. Der Prozeß der Rassenmischung ist in diesem Land schon so weit fortgeschritten, und es laufen so viele dunkle und kraushaarige Typen aller Größen und Gestalten herum, daß man nicht weiß wo man die Grenze ziehen soll.

Nichtsdestoweniger müssen wir sie irgendwo ziehen und zwar bald! Es besteht überhaupt keine Möglichkeit in unserem Gebiet alle zu ernähren, und wenn wir massenhaftes Verhungern unter den Weißen vermeiden wollen, müssen wir sie bald in genau festgelegte Gebiete absondern wo Strom, Wasser, Nahrungsmittel und andere lebensnotwendige Dinge vorhanden sind. Aber alle anderen müssen wir auf die eine oder andere Art aus unserem Gebiet entfernen. Je länger wir das aufschieben, desto ungebärdiger wird sich die Bevölkerung verhalten.

Eigentlich haben wir bei der Zusammenziehung der Schwarzen ziemlich viel erreicht. Ungefähr 80% von ihnen befinden sich nun in vier kleinen abgeriegelten Enklaven und, soweit ich weiß, wird der erste Massenkonvoi heute abend in Richtung Osten in Marsch gesetzt werden. Im übrigen haben wir die anderen Bevölkerungsteile eigentlich nur in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, so daß sie nicht von einem Wohngebiet in das nächste ziehen können. Wir haben sie auch heute noch nicht ganz unter Kontrolle, und soweit ich informiert bin haben wir noch nicht einmal damit angefangen, Massenverhaftungen vorzunehmen oder andere Maßnahmen gegen Juden und sonstige feindliche Elemente zu ergreifen. Laßt uns jetzt damit beginnen.



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