Die Turner-Tagebücher

Kapitel 17


20. April 1993: Ein wunderschöner Tag, ein Tag der Ruhe und des Friedens nach einer hektischen Woche. Katherine und ich fuhren früh morgens in die Berge und verbrachten den Tag damit, im Wald zu wandern. Es war kühl, strahlend und klar. Nach dem Picknick zu Mittag liebten wir uns unter freiem Himmel auf einer kleinen Wiese.

Wir sprachen über viele Dinge und waren gleichermaßen glücklich und sorglos. Der einzige Schatten der auf unser Glück fiel war daß Katherine sich über meine vielen Fahrten ins Land beklagte, auf die mich die Organisation in letzter Zeit schickte, obwohl ich kaum einen Monat aus dem Gefängnis heraus war. Ich hatte nicht den Mut ihr zu sagen daß wir in Zukunft noch weniger Zeit für einander haben würden.

Das wurde mir schon gestern klar. Als ich mich abends bei Major Williams meldete, nachdem ich aus Florida zurückgekehrt war, sagte er mir daß ich in den nächsten Monaten sehr viel unterwegs sein würde. Einzelheiten habe ich von ihm noch nicht erfahren, aber er deutete an daß die Organisation für diesen Sommer eine große, das ganze Land umfassende Offensive vorbereitet, und ich soll dabei eine Art reisender Militärtechniker sein.

Für heute verdrängte ich das aber aus meinen Gedanken, und freute mich nur darüber zu leben, frei zu sein und mit einem wunderbaren Mädchen inmitten der schönen Natur allein sein zu können.

Als wir heute abend nach Hause fuhren, hörten wir am Radio die Nachricht welche die Krönung des herrlichen Tages war: Die Organisation hat heute nachmittag einen Anschlag auf die israelische Botschaft in Washington verübt. Man hätte kein besseres Datum für solch eine Aktion auswählen können!

Für Monate hindurch hatte ein aus ihrer Botschaft operierendes Mordkommando im ganzen Land Leute von uns abgeknallt. Heute haben wir die Rechnung vorläufig beglichen.

Wir haben mit schweren Granatwerfern angegriffen während die Israelis eine Cocktailparty für ihre gehorsamen Diener aus dem U.S. Senat schmissen. Eine Anzahl israelischer Würdenträger wurde zu diesem Anlaß eingeflogen, und es müssen mehr als dreihundert Leute in der Botschaft gewesen sein als plötzlich von unseren 4.2-Inch-Granatwerfern TNT und Phosphor durch das Dach auf ihre Köpfe regnete.

Der Angriff hat den Nachrichten zufolge nur zwei oder drei Minuten gedauert, aber mehr als vierzig Geschosse haben die Botschaft getroffen, und hinterließen einen ausgebrannten Haufen von Trümmern und nur eine Handvoll von Überlebenden! Es müssen also mindestens zwei unserer Granatwerfer gefeuert haben. Das bestätigt was mir letzte Woche über unseren Neuerwerb von Waffen erzählt wurde.

Ein uns fesselndes Vorkommnis, das die Zensoren irgendwie versäumten aus den Nachrichten herauszuschneiden, war die Ermordung einer Gruppe von Touristen durch einen Wachmann der Botschaft. Während des Angriffes rannte ein Israeli, mit brennenden Kleidern und mit einer Maschinenpistole bewaffnet, aus dem einstürzenden Gebäude. Er entdeckte eine aus etwa 12 Personen bestehende Touristengruppe, alles Frauen und kleine Kinder, die von der anderen Straßenseite her den Schauplatz der Zerstörung angafften. Indem der Jude seinen Haß in kehligem Hebräisch hinausschrie eröffnete er das Feuer auf sie, durch das neun sofort getötet und drei andere tödlich verletzt wurden. Wie gewöhnlich wurde er von der Polizei nicht festgenommen. Euer Tag kommt, ihr Juden, euer Tag kommt!

Ich sollte heute früh zu Bett gehen um morgen auf einen langen Tag vorbereitet zu sein, aber die Aufregung über den Erfolg heute nachmittag macht es mir unmöglich jetzt schlafen zu gehen. Die Organisation hat wieder einmal gezeigt, welche unvergleichliche Waffe ein Granatwerfer im Partisanenkrieg ist. Unser Plan in Evanston begeistert mich jetzt noch mehr, und ich werde innerlich besser vorbereitet sein um mit dem sich sträubenden Professor in Florida fertig zu werden.

Als ich letzten Samstag meinen Plan, radioaktives Material in die Evanston-Anlage hineinzukriegen, mit Henry und Ed Sanders diskutierte, überzeugten sie mich davon daß ein Granatwerfer für diese Aufgabe geeigneter ist, und sagten daß wir mit diesen jetzt auch gut versorgt sind. So änderte ich mein "Versandpaket" von einem Spazierstock zu einem 4.2-Inch-Granatwerfer-Projektil.

Wir werden den Phosphor in den drei WP-Geschossen durch radioaktiv verseuchtes Material ersetzen. Nachdem wir uns auf das Ziel mit gewöhnlicher Munition eingeschossen haben, werden wir unsere drei umgebauten Projektile abfeuern, welche natürlich auf genau das gleiche Gewicht geeicht sind.

Wenn wir unsere Aktion auf diese Art und Weise machen hat dies noch drei weitere Vorteile gegenüber meinem ursprünglichen Plan. Erstens ist es sicherer; die Möglichkeit daß etwas schiefgeht ist viel geringer. Zweitens werden wir zehnmal soviel radioaktive Substanz hinüber bringen, und die Sprengladung in den Geschossen wird sie dazu besser verteilen als wir uns das jemals von einem geladenen Spazierstock erhoffen könnten. Und drittens braucht die Sache kein Selbstmordkommando zu sein. Wir können die "heißen" Projektile bis zum Moment des abfeuerns mit einem Strahlenschutz bedeckt halten bis zu dem Moment wo sie abgefeuert werden, so daß die Granatwerfermannschaft keiner tödlichen Strahlendosis ausgesetzt wird.

Meine größte Sorge war, ob wir in der Lage sein würden die Projektile in das Kraftwerk hineinzuschießen, und nicht nur auf das Dach. Das Gebäude ist so massiv gebaut daß ich darüber im Zweifel bin ob sie trotz des zeitverzögernde Zünders durchschlagen würden. Ed Sanders überzeugte mich aber daß ein 4.2-Inch-Granatwerfer, wenn er erst einmal auf das Ziel eingeschossen und fest plaziert ist, Schüsse mit ausreichender Genauigkeit abfeuert, und daß die Flugbahn niedrig genug ist um einen ausgezeichneten Treffer zu erzielen, am besten auf der dem Ufer zugewandten Seite des Generatorgebäudes, die praktisch aus einem riesigen, zehn Stock hohen und zweihundert Meter breitem Fenster besteht.

Mit diesem neuen Plan bewaffnet begab ich mich zu Harrison, unserem Chemiker in Florida, um mit ihm darüber zu sprechen. Ich legte ihm dar, daß seine Aufgabe darin bestand radioaktives Material zu beschaffen, und es mit seinen speziellen Einrichtungen sicher in die Granatwerferprojektile zu laden, die ich ihm bringen würde.

Harrison bekam einen Anfall. Er beschwerte sich daß er sich nur bereit erklärt hätte, der Organisation kleine Mengen von Radionucliden und anderen schwer erhältlichen Materialien zu beschaffen. Er wollte eigentlich nicht in die Handhabung des Feldzeuges selbst verwickelt werden, und wandte sich besonders gegen die Mengen von Material die wir für unseren Plan brauchten. Nur wenige Leute im Land hätten Zugang zu so viel radioaktivem Material, und er habe Angst daß man ihm dabei auf die Spur käme.

Ich versuchte ihn zur Einsicht zu bringen. Ich erklärte ihm, daß wenn wir die Projektile selber zu laden versuchten ohne die Schutzeinrichtungen die er hat, einer oder mehrere unserer Leute sicherlich einer tödlichen Dosis von Strahlung ausgesetzt würden. Und ich sagte ihm weiter, daß er nach seinem Gutdünken ein Radionuclid auswählen könne oder eine Mischung aus Radionucliden, die den geringsten Verdacht auf ihn werfen würde. Es käme nur darauf an daß sie sich für unseren Zweck eignen.

Aber er weigerte sich rundweg. "Es kommt gar nicht in Frage," sagte er. "Das würde meine ganze Karriere aufs Spiel setzen." "Dr. Harrison", erwiderte ich, "ich befürchte Sie mißverstehen die Situation. Wir befinden uns im Krieg. Die Zukunft unserer Rasse hängt vom Ausgang dieses Krieges ab. Als ein Mitglied der Organisation sind sie verpflichtet ihre Verantwortung für unseren gemeinsamen Einsatz über alle ihre persönlichen Beweggründe zu stellen. Sie unterstehen der Disziplin der Organisation."

Harrison wurde weiß im Gesicht und begann zu stammeln, aber ich fuhr erbarmungslos fort: "Wenn sie fortfahren sich meiner Bitte zu widersetzen, bin ich gezwungen sie auf der Stelle zu töten." Tatsächlich war ich aber unbewaffnet weil ich mit einem Linienflugzeug hierher geflogen war, aber Harrison wußte das natürlich nicht. Er schluckte ein paar Mal, fand seine Stimme wieder und sagte, er werde machen, was er könne.

Wir gingen nochmals unsere Zahlen und unseren Bedarf durch und legten einen ungefähren Zeitplan fest. Bevor ich ging versicherte ich Harrison daß, wenn er glaube dieser Einsatz setze ihn zu sehr aufs Spiel um als "Legaler" weitermachen zu können, wir ihn auch in den Untergrund bringen könnten, nachdem diese Arbeit abgeschlossen ist.

Er ist immer noch sichtlich nervös und unzufrieden, aber ich glaube nicht daß er versuchen wird uns zu verraten. Die Organisation hat sich hinsichtlich ihrer Drohungen einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit geschaffen. Nur um sicher zu gehen werden wir für alle Fälle zu gegebener Zeit einen anderen Kurier beauftragen der die umgebauten Projektile hinunter nach Florida liefert, um sie zu laden und zurückzubringen. Dafür sind keine technischen Kenntnisse erforderlich.

Es liegt mir nicht, wie ein knallharter Bursche zur Sache zu gehen und Leute zu bedrohen; das geht mir wider die Natur. Aber ich habe sehr wenig Mitleid mit Leuten wie Harrison, und ich bin sicher, daß wenn er nicht einverstanden gewesen wäre mitzuarbeiten, hätte ich ihn angesprungen und mit meinen bloßen Händen erwürgt.

Ich nehme an daß es viele Leute gibt die sich für sehr klug halten, wenn sie nur auf sich bedacht sind, wir aber alle Risiken übernehmen und die ganze schmutzige Arbeit verrichten sollen. Sie glauben daß wenn wir gewinnen auch sie den Nutzen daraus ziehen werden, und wenn wir nicht gewinnen werden sie nichts verlieren. So war es in den meisten der früheren Kriege und Revolutionen, aber ich glaube nicht daß die Rechnung diesmal so aufgeht. Nach unserer Einstellung haben die, die nur darauf bedacht sind ihr Leben zu genießen, in dieser Zeit des Kampfes auf Leben und Tod unserer Rasse, das Überleben nicht verdient. Laß sie ruhig sterben. Während wir dieses Krieg führen werden wir uns bestimmt keine Gedanken um ihr Wohlergehen machen. Dieser Krieg wird immer mehr zu einem Fall bei der man entweder voll auf unserer Seite steht oder gegen uns ist.

25. April: Morgen geht es für mindestens eine Woche nach New York. Dort oben sind verschiedene Dinge im Gange, denen ich mich widmen muß. Die Angelegenheit unten in Florida sollte bis zu meiner Rückkehr erledigt sein, und wenn ja, dann gilt es eine Reise nach Chicago -- diesmal mit dem Auto -- zu machen.

Die Jidden machen ein Riesengeschrei wegen des Angriffs auf ihre Botschaft. In den Medien wird diesem Anschlag viel mehr Gewicht beigemessen als dem Anschlag auf das Capitol oder der Bombardierung des FBI-Gebäudes. Im Fernsehen wird es von Tag zu Tag schlimmer, wobei man immer mehr die alte Propaganda mit den "Gaskammern" aufwärmt, die in der Vergangenheit so gute Dienste für sie geleistet hat. Sie reißen sich die Haare aus und ihre Kleider vom Leib: "Oh, weh, wie wir leiden müssen! Wie wir verfolgt werden! Warum hast Du mit uns das geschehen lassen! Waren sechs Millionen nicht genug?"

Was für ein Theater krasser Unschuld! Die können das so gut daß sie mich fast dazu bringen mitzuheulen. Aber seltsamerweise wurde der Mord an den neun Touristen durch den israelischen Wachmann nie wieder erwähnt. Ach so, das waren ja nur Nichtjuden!

Aus der Aktion gegen die Botschaft haben wir einen unerwarteten Nutzen gezogen, da es zu einem größeren Streit zwischen den Schwarzen und ihren jüdischen Gönnern gekommen ist. Rein zufällig kam der Anschlag drei Tage vor dem Termin der für einen landesweiten "Streik für Gleichheit" angesetzt war, wieder eine dieser riesigen Medienaffären die vom Rat für Menschenrechte inszeniert werden sollte, durch Abhaltung von "spontanen" Demonstrationen die gleichzeitig in mehreren großen Städten vonstatten gehen sollten, wobei schwarze und weiße Bürger sich zusammenschließen in einem Aufruf an die Regierung, die letzten Schranken zwischen den Rassen niederzureißen und den Schwarzen "volle Gleichheit" zu gewährleisten.

Aber dann haben die hohen Herren im Stadtrat -- natürlich Juden -- letzten Donnerstag, am Tag nach dem wir den Israelis den Schlag verpaßten, alles abgesagt. Sie waren wohl der Meinung daß sie es sich nicht leisten könnten, mit den Schwarzen das Rampenlicht der Medien zu teilen, bevor sie nicht ihr eigenes "Martyrium", was auch immer das wert sein mag, durch das Gejammer über den Überfall auf die Botschaft ganz ausgeschlachtet hätten.

Einige der mehr kämpferischen Führer der Schwarzen, die viel Zeit für die Vorbereitungen des Gleichheitsstreikes verwandten, sahen das ganz anders. Sie haben es den Juden schon lange übelgenommen wie selbstherrlich die die ganze "Gleichheitsbewegung" für ihre eigenen Zwecke manipulieren und ausnutzen, und das hat für einige von ihnen das Faß zum überlaufen gebracht. Es gab wütende Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen, welche am Samstag darin gipfelten daß die Nummer Eins der Hausneger der Juden, dem Namen nach "Vorsitzender" beim nationalen Verband der Räte für Menschenrechte, bei einem Zeitungsinterview seine jüdischen Meister anprangerte. Von jetzt ab, sagte er, werden die Räte für Menschenrechte den von den Juden für sich beanspruchten Minderheitenstatus nicht mehr anerkennen. Sie werden genauso wie die weiße Mehrheit behandelt und werden nicht länger von Ermittlungen und Bestrafung wegen "Rassismus" befreit sein.

Bevor er wußte was los war, stand er natürlich auf der Straße und sein Platz wurde von einem fügsameren Schwarzen eingenommen, aber da war der Teufel schon los. Die auf den Straßen umherstreifenden Banden von schwarzen "Hilfssheriffen" hatten das schon mitgekriegt und wehe jedem Mitglied des selbstauserwählten Stammes das in ihre Hände fiel! In den letzten zwei Tagen starben schon einige während sie "verhört" wurden.

Die "Toms" werden irgendwann sicher dafür sorgen daß ihre grollenden, mehr militanten Brüder nicht mehr aus der Reihe tanzen, aber inzwischen sind sich Izzy und Sambo mit Zähnen und Klauen richtig an die Kehle gegangen, so daß es eine Freude ist das mitanzuschauen.

6. Mai: Es ist schön wieder zu Hause zu sein, auch wenn es nur für einen Tag ist. Aber in New York war es hoch interessant! Ich sah da oben mehr Feldzeug das uns zur Verfügung steht, als ich mir jemals vorstellte.

Eine von unseren Spezialeinheiten in New York hat Kriegsmaterial aller Art erworben und gehortet. Der Grund meines Besuches war, mir einen Überblick über die vorhandenen Typen von Militärgerät zu verschaffen, welche für mich brauchbar sein könnten um spezielle Waffen und Sabotagegerät zu konstruieren und anzufertigen. So kann ich nun Vorschläge machen für das, was zukünftig vorrangig zu beschaffen ist.

Am Flughafen empfing mich ein Mädchen, welches mich zu einem Großhändler für Installationsmaterial in einem unglaublich dreckigen Industrie- und Lagerhaus Gebiet von Queens am East River fuhr. Abfall, alte Zeitungen und leere Spirituosenflaschen lagen überall verstreut herum. Wir mußten uns einen Weg um ausgeschlachtete und rostende Karosserien von mehreren verlassenen Autos bahnen, die fast die schmale Straße blockierten, bevor das Mädchen endlich auf eine kleine, schlammige Parkfläche hinter einem hohen Maschendrahtzaun fuhr.

Sie klopfte an eine Eisentür auf der "Nur für Mitarbeiter" stand, und wir wurden schnell in einen düsteren, staubigen Lagerraum eingelassen, der voll von Behältern mit Rohrmaterial war. Dort übergab sie mich einem fröhlichen jungen Mann, etwa fünfundzwanzig Jahre alt, der in einem speckigen Overall steckte und ein Klemmbrett trug. Er stellte sich nur als "Richard" vor und bot mir eine Tasse Kaffee aus einer schäbig aussehenden Kaffeemaschine an, die am Ende eines langen Ladentisches stand.

Dann fuhren wir mit einem alten, wackeligen Frachtaufzug in den zweiten Stock des Gebäudes. Als wir aus dem Aufzug traten, blieb mir vor Überraschung fast die Luft weg. In einem riesigen, niedrigen Raum, der an einer Seite mehr als dreißig Meter lang ist, lagen enorme Haufen jeglicher nur vorstellbaren Art von Waffen: Automatische Gewehre, Maschinengewehre, Flammenwerfer, Granatwerfer, und buchstäblich Tausende von Kisten mit Munition, Granaten, Sprengstoffen, Sprengkapseln, Treiber und Ersatzteile. Ich weiß nicht, wie der Boden dieses Gewicht tragen kann.

In einer Ecke des Raumes arbeiteten an zwei langen Tischen unter Neonlampen vier Männer und eine Frau. Ein Mann war dabei die Seriennummern auf den automatischen Gewehren herauszuschleifen welche er nacheinander von einem Stapel zu ungefähr fünfzig Stück wegnahm, während die anderen die Gewehre ölten, zusammensetzten und dann sorgfältig in einen großen Boiler packten, bei dem man den oberen Teil abgenommen hatte. Ich sah in der Nähe ein Dutzend große Kartons welche noch weitere Boiler enthielten.

"Auf diesem Wege lagern und verschicken wir die Waffen," erklärte Richard. Die Seriennummern entfernen wir, damit es den Behörden schwerer gemacht wird herauszufinden woher wir das Zeug kriegen, sollten sie jemals etwas davon finden. Wenn die Boiler erst von hier weg sind, gibt es keine Möglichkeit mehr ihre Herkunft auf uns zurückzuverfolgen. Die falschen und chiffrierten Versandpapiere, die wir an den Kartons anbringen, informieren uns über deren Inhalt. Sie werden feststellen können daß unsere ziemlich eigenartigen Boiler in den Hauptquartieren vieler unserer Kampfeinheiten entlang der Ostküste installiert sind, aber wir versenden sie auch in andere Gegenden."

Fast benommen bummelte ich zwischen den Häufen von Waffen umher. Ich blieb neben einem bis zur Decke reichenden Stapel von oliven-grauen Kisten stehen. Auf jeder Kiste stand mit der Schablone gemalt: Granatwerfer, 4,2 Inch, M 30, Komplett," und darunter "Gesamtgewicht 700 Pfund."

"Wo haben Sie diese her?" Ich erinnerte mich an die erhebliche Arbeit die wir vor anderthalb Jahren beim Umbau von nur einem Granatwerfer ziemlich alten Baujahrs hatten.

"Die bekamen wir letzte Woche aus Fort Dix," antwortete Richard. "Die Leute aus einer unserer Einheiten am Rande von Trenton bezahlten einem schwarzen Nachschub-Feldwebel auf dem Stützpunkt zehntausend Dollar, um einen Lastwagen, beladen mit jenen Dingern zu klauen und bei ihnen abzuliefern. Auf einem Kleinlastwagen brachten sie sie dann, immer zwei auf einmal, hierher.

"Wir erhalten hier Ausrüstung von mehr als einem Dutzend Stützpunkten und Waffenlagern in New York, New Jersey und Pennsylvania. Schau, was wir letzten Monat vom Picatinny- Waffenlager bekamen," sagte er, indem er eine Plane zurückwarf die einen nahegelegen Stapel von zylindrischen Gegenständen bedeckte.

Ich beugte mich darüber und untersuchte sie. Es waren Röhren aus Holzfaser etwa 6o cm lang und 15 cm im Durchmesser. Jede von ihnen enthielt ein M329 hochexplosives Granatwerfer- Projektil. Es müssen mindestens dreihundert davon auf diesem einen Stapel liegen.

Richard fuhr fort zu erklären: "Es war gewöhnlich so daß die meisten unserer neuen Waffen einzeln aus den Militärbasen von unseren eigenen Leuten, die dort stationiert waren, rausgeschmuggelt wurden. Aber in letzter Zeit sind wir dazu übergegangen, schwarzes Militärpersonal anzuwerben die sich für uns das Zeug lastwagenweise unter den Nagel reißen. Dadurch kriegen wir zwar nicht immer genau das was wir wollen, aber dafür einiges mehr.

"Wir haben ein paar Tarnorganisationen gegründet, mit denen wir uns als Mafia-Käufer für das illegale Waffenexportgeschäft ausgaben. Unsere Leute auf den Stützpunkten lotsen die Käufer zu den Schwarzen, die die Waffenlager unter sich haben. Für genügend Geld würden sie sich für uns mit einem ganzen Stützpunkt davonmachen. Die müssen das Geld, das wir ihnen geben, nur mit einigen ihrer schwarzen Brüder, die Wachdienst haben, teilen.

"Das hat verschiedene Vorteile für uns. Erstens ist es leichter für die Neger das Zeug zu klauen ohne dabei erwischt zu werden. Die politische Polizei überwacht sie nicht so scharf wie es bei weißem Personal getan wird, und die Schwarzen haben bereits ein organisiertes Netzwerk auf allen Stützpunkten um Reifen, Benzin, Bedarfsartikel und andere Dinge, für die bei Zivilisten Nachfrage besteht, 'abzuzweigen' und zu verkaufen. So wird es unseren im Militärdienst stehenden Leuten ermöglicht sich mehr auf ihre Hauptaufgabe zu konzentrieren, nämlich noch andere weiße Militärangehörige zu rekrutieren und damit unsere Stärke innerhalb des Militärs auszubauen."

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, alles im Raum durchzusehen und es geistig zu katalogisieren. Als ich wegging nahm ich als Muster zwei Dutzend verschiedene Typen von Sprengstoffzündern, Zündern und andere kleinere Dinge mit, mit denen ich experimentieren wollte. Das bedeutete daß ich mit dem Zug zurückfahren mußte.

Die Situation innerhalb des Militärs ist zweischneidig. Mit mehr als vierzig Prozent Schwarzen in der Armee und fast ebenso vielen in anderen Teilen der Streitkräfte ist die Moral, Disziplin und Leistungsfähigkeit bedenklich niedrig. Das macht es uns enorm leicht, Waffen zu stehlen und auch zu rekrutieren, besonders bei den Berufssoldaten, die nicht fassen können, was man aus "ihrer Armee" gemacht hat.

Aber das wird auf die Dauer auch zu einer schrecklichen Gefahr, wenn wir eines Tages innerhalb des Militärs losschlagen müssen. Mit so vielen Schwarzen unter Waffen wird es bestimmt ein verdammtes Durcheinander geben. Während wir die Streitkräfte von Schwarzen säubern und reorganisieren müssen, wird das Land so gut wie wehrlos sein.

Nun, ich nehme an, die Planungsstäbe der Organisation werden das alles schon berücksichtigt haben.



Verzeichnis aller Kapitel | Nächstes Kapitel


© 1998 National Vanguard Books · Box 330 · Hillsboro ·WV 24946 · USA