Die Turner-Tagebücher

Kapitel 15


28. März 1993: Nach Überwindung der Gerichtsaffäre habe ich jetzt wieder Tritt gefaßt. Übers Wochenende hat Katherine viele meiner Fragen beantwortet und mir besonders über die örtlichen Entwicklungen Einzelheiten erklärt, weil ich am Freitag versäumt habe diese von Henry zu erfragen.

Natürlich mußte die Arbeit an unseren Nachrichtengeräten weitergehen während ich eingesperrt war, und zwei andere gut qualifizierte Leute haben in unserem Gebiet diese Aufgabe erledigt. Aber es ist noch genügend andere technische Arbeit für mich übrig geblieben. Bill ist wirklich ein guter Mechaniker und Büchsenmacher, aber er kann keine Arbeiten bewerkstelligen die mit chemischer und elektronischer Waffentechnik zu tun haben. Er übergab mir eine lange Bedarfsliste für Spezialvorrichtungen die in unserer Einheit eingeführt wurden während ich im Gefängnis war. Bill hat gezwungenermaßen diese Angelegenheit zur Seite legen müssen -- meine baldige Rückkehr erhoffend.

Wir sind die Liste gestern abend sorgfältig durchgegangen und haben darüber entschieden, welche Artikel für die Organisation gegenwärtig am wichtigsten sind. Dann stellte ich meine Liste zusammen für Lieferungen und Geräte, die ich am dringendsten benötigte um mit der Arbeit zu beginnen zu können.

Ganz oben auf Bills Wunschliste standen Dinge wie funkgesteuerte und zeitverzögernde Sprengkapseln und Zünder. Die Organisation hat bei letzterer Kategorie viel improvisiert, und es gab deshalb einen zu hohen Prozentsatz von Fehlzündungen. Wir brauchen ein zeitverzögerndes Gerät welches von ein paar Minuten bis zu einem Tag oder mehr einstellbar ist und mit 100% Sicherheit funktioniert.

Eine andere Kategorie erwünschter Dinge sind Bomben und Brandsätze die zur Tarnung mit speziellen Verkleidungen umhüllt sind. Es ist heutzutage fast unmöglich in eine Anlage der Regierung oder Presse hineinzukommen ohne daß man durch einen Metallsensor gehen muß, und alle Pakete und Postsendungen werden routinemäßig durchleuchtet. Das wird einige Geschicklichkeit erfordern, aber ich habe schon einige Ideen.

Und dann ist da Bills besonderes Projekt, bei dem er einige technische Hilfe braucht: Bei der Herstellung von Falschgeld! Wie Bill sagte, druckt die Organisation bereits erfolgreich Geld in ziemlich großem Umfang an der Westküste. Ihm wurde nun aufgetragen, das gleiche auch hier zu tun.

Jetzt verstehe ich warum sich die wirtschaftliche Situation der Organisation im letzten Jahr anscheinend so sehr verbessert hat! Darüber hinaus haben wir seit wir auf großangelegte Aktionen umgestellt haben einige neue Spendenquellen angezapft; wie ich vermute, hauptsächlich schlaue Geldsäcke die sich "rückversichern" wollen. Wir finden es aber offenbar immer noch nützlich einiges Geld selber zu drucken.

Der Mann -- der ein Genie sein muß -- der unser Westküsten-Fälscherunternehmen betreibt, hat für uns eine sehr genaue Beschreibung seines Verfahrens verfaßt, welche Bill mir zeigte. Der Junge hat wohl für den "Secret Service" oder für das "Bureau of Engraving and Printing" gearbeitet. Er scheint sein Geschäft wirklich zu verstehen. (Hinweis für den Leser: Das "Bureau of Engraving and Printing" war eine Dienststelle der Regierung in den Vereinigten Staaten welche Papiergeld herstellte, und der "Secret Service" war eine Polizeidienststelle welche unter anderem auch die Geldfälschung bekämpfte.) Später wurde, wie wir wissen, die Fälschung durch die Organisation nicht nur zur Versorgung ihrer Einheiten mit Geldmitteln betrieben sondern auch um die allgemeine Finanzwirtschaft zu zerstören. In den letzten Tagen der Großen Revolution hatte die Organisation solch riesige Mengen von Falschgeld in den Verkehr gebracht daß die Regierung aus lauter Verzweiflung das ganze Papiergeld für ungültig erklärte, und es damit erforderlich machte alle Geldgeschäfte entweder mit Münzen oder Schecks abzuwickeln. Dieser Schritt brachte unüberwindliche und chaotische Zustände mit sich, wodurch die öffentliche Moral völlig durcheinander kam. Das war einer der Faktoren der zum Enderfolg der Revolution führte.)

Bill hat schon fast alles betriebsbereit gemacht; er hat wirklich einen schönen Laden für Präzisionsdruck. Er braucht nur etwas Unterstützung bei den Schwierigkeiten mit der Fluoreszenz. Aus der Anleitung kann er ersehen welche chemischen Zusätze er in die Druckfarbe mischen muß, aber nicht wo er sie herkriegt. Außerdem ist er sich nicht sicher wie man einen Ultraviolett-Inspectionsapparat baut und benutzt, mit dem man das Fertigprodukt überprüfen kann. Das wird aber nicht schwierig sein.

Unsere jetzigen Arbeits- und Lebensbedingungen unterscheiden sich radikal von den vorherigen. Statt im "Untergrund" umherzuschleichen sind wir nun ganz an die Öffentlichkeit getreten. Die Druckerei hat im Schaufenster eine Leuchtreklame und steht in den Gelben Seiten. Während des Tages ist der Laden geöffnet und steht Carol hinter dem Tresen. Bill hat aber die Preise so hoch angesetzt daß nur so viel Geschäftsbetrieb entsteht daß das äußere Erscheinungsbild genügend gewahrt ist. Seine eigentliche Arbeit findet nach Geschäftsschluß statt, gewöhnlich im Keller, wo sich auch die Waffenkammer befindet.

Wir vier wohnen über dem Geschäft, wie das auch am alten Platz war, aber wir müssen die Fenster nicht verdunkelt halten. Und Bills Lieferwagen steht auf der Straße direkt vor der Tür. Für die Öffentlichkeit sind wir nichts anderes als zwei junge Paare die zusammen eine Druckerei führen.

Voraussetzung dafür war natürlich die Möglichkeit, sich eine falsche Identität verschaffen zu können die auch einer genauen Überprüfung durch das System standhält, aber die Organisation hat auf diesem Gebiet bewundernswerte Fähigkeiten entwickelt. Wir alle haben Sozialversicherungsausweise und zwei von uns haben Führerscheine. Die Ausweise und Führerscheine sind echt (ich habe einige unangenehme Geschichten darüber gehört, wie die Organisation dazu gekommen ist), so daß wir Bankkonten eröffnen, Steuern bezahlen und andere Dinge tun können, wie alle anderen.

Nun muß ich aber immer daran denken, daß mein neuer Name -- bäh! -- ausgerechnet "David J. Bloom" ist. Deswegen werde ich oft aufgezogen. Glücklicherweise ist die Fotografie auf dem Führerschein ziemlich undeutlich, so daß sie einigermaßen echt aussieht solange ich meine Haare gefärbt halte.

Die Organisation hatte keine andere Wahl als für uns alle im Untergrund neue Identitäten zu schaffen. Eine Person ohne ein Identitätsdokument kann ganz einfach in dieser Gesellschaft nicht mehr zu Rande kommen. Man kann keine Lebensmittel einkaufen und noch nicht einmal mit dem Bus fahren ohne entweder einen Führerschein oder eine von den neuen Kennkarten zu zeigen, die von der Regierung ausgegeben wurden.

Noch ist es möglich sich in den meisten Fällen mit einer Fälschung durchzuschwindeln, aber das Computersystem wird in einigen Monaten fertig sein und dann werden Fälschungen automatisch entdeckt werden. So entschloß sich die Organisation uns "echte" Identitäten zu geben, obgleich das eine langsame und schwierige Arbeit ist. Einige Spezialeinheiten handhaben diese Aufgabe mit kaltblütiger Rücksichtslosigkeit, aber der Bedarf von neuen Identitäten übersteigt immer noch bei weitem die Liefermöglichkeiten.

Auch scheint es so zu sein daß das System in seiner Kampagne gegen uns noch rücksichtsloser wurde. Eine Anzahl unserer Leute, möglicherweise bis zu 50 im ganzen Land, wurden in den letzen vier Monaten von professionellen Mördern umgebracht. Eine genaue Zahl zu nennen ist schwer, weil wir vermuten daß einige die getötet wurden einfach verschwunden sind, ohne daß eine Leiche gefunden wurde.

Als die ersten unserer Leute verschwanden, oder mit den Rücken gefesselten Händen und 6 oder 7 Einschußlöchern im Kopf im Fluß treibend gefunden wurden, war es eine weit verbreitete Ansicht unter dem Fußvolk der Organisation daß diese Tötungen interne Strafaktionen wären. In der Tat gab es im vergangenen Herbst eine Zeit in der wir durch Hinrichtungen als Strafmaßnahmen mehr Mitglieder verloren als durch irgend etwas anderes. Diese extreme Methode war notwendig geworden weil die Moral zu jener Zeit sehr niedrig war, und Zauderer davon überzeugt werden mußten daß es ratsam war bei den Verpflichtungen gegenüber der Organisation standhaft zu bleiben.

Aber es wurde der Revolutionsführung, und bald auch jedem anderen, sofort deutlich daß bei diesen Morden etwas grundlegend Neues eine Rolle spielte. Durch unsere Kontaktleute innerhalb der FBI erfuhren wir daß unsere Leute durch zwei Gruppierungen getötet wurden, einem speziellen israelischen Mordkommando und einer Auswahl von "Mafia"-Totschlägern im Dienst der israelischen Regierung. Soweit eine dieser beiden Gruppierungen betroffen ist hat das FBI die U.S.-Polizei angewiesen, sich herauszuhalten. (Hinweis für den Leser: Die "Mafia" war eine kriminelle Vereinigung, welche in erster Linie aus Italienern und Sizilianern bestand, aber von Juden beherrscht wurde. Ihre Blütezeit waren die 8 Jahrzehnte vor der Großen Revolution. Es gab während dieser Zeit mehrere halbherzige Versuche der Regierung die Mafia auszumerzen, aber der damals uneingeschränkt herrschende Kapitalismus sorgte für ideale Bedingungen großen Ausmaßes für organisiertes Verbrechen und die damit einhergehende politische Korruption. Die Mafia existierte bis in die Zeit der Säuberungen, die auf die Revolution folgten. Damals wurden so gut wie alle ihre Mitglieder, mehr als 8.000 Männer, bei einem einzigen gewaltigen Einsatz der Organisation verhaftet und liquidiert.)

Alle Opfer hatten wir bis jetzt unter unseren "Legalen" zu beklagen. Offensichtlich nennt das FBI Namen von Personen, die verdächtigt werden Mitglieder der Organisation zu sein und noch nicht eingesperrt sind, der israelischen Botschaft, und von dort wird dann alles weitere erledigt.

Wir führten darauf einige Vergeltungsakte, z.B. in New Orleans durch. Nachdem zwei von unseren "Legalen", wovon einer ein sehr bekannter Rechtsanwalt in der Stadt war, vor sechs Wochen im Stil der Mafia ermordet wurden, haben wir einen dortigen Nachtclub vermint der die Mafia als Treffpunkt diente. Als die Bomben während einer Geburtstagsfeier für einen ihrer kleineren Bosse hochgingen und das Gebäude in Flammen stand wurden die fliehenden Gäste von unseren Leuten, die auf den Dächern gegenüber den zwei einzigen Ausgängen postiert waren, gnadenlos mit Maschinengewehrsalven empfangen. Mehr als 400 Personen haben dort an diesem Abend ihr Leben gelassen, darunter etwa 60 Mitglieder der Mafia.

Doch diese neue gegen uns gerichtete Bedrohung bleibt weiter höchst gegenwärtig und hat der Moral unserer Mitglieder und Anhänger, die ihr ausgesetzt sind, ernstlich geschadet. Sie, die ihren Status als gesetzestreue Bürger aufrecht erhalten und unter ihrer eigenen Identität agieren, erfreuen sich ja nicht so wie wir der Anonymität im Untergrund. Es ist klar daß wir bald gegen die Quelle der Bedrohung vorgehen müssen.

2. April: Lieferproblem gelöst -- zumindest vorübergehend. Es war wieder einer von den bewaffneten Raubüberfällen erforderlich, welche ich so verabscheue. Diesmal war ich zwar nicht so nervös wie damals, als ich und Henry unser erstes Ding drehten -- das scheint eine halbe Ewigkeit her zu sein -- aber ich mache so etwas immer noch nicht gern.

Bill und ich teilten die Liste der Dinge die wir brauchen in 3 Kategorien -- je nach Lieferfirma -- ein. Ungefähr zwei Drittel der benötigten Chemikalien waren auf dem allgemeinen Konsummarkt nicht ohne weiteres erhältlich und mußten bei einem Lieferanten für Chemieartikel beschafft werden. Dann wollte ich mindestens 100 Armbanduhren haben zum Anfertigen von Zeitschaltgeräten. Die würden uns zuviel kosten wenn wir sie einfach fertig kauften. Schließlich waren da eine Anzahl von elektronischen und elektrischen Einzelteilen, einige Artikel gewöhnlicher Eisenware und ein paar ohne weiteres erhältliche chemische Artikel, welche alle ohne Schwierigkeiten gekauft werden konnten und innerhalb der Möglichkeiten unseres Etats lagen.

Dienstag und Mittwoch habe ich den größten Teil des Tages damit verbracht, die Sachen der letzten Kategorie zusammenzutragen.

Am Mittwoch wurde auch das Problem wegen der chemischen Artikel gelöst. Das war ein Grund zur Sorge, weil neuerdings die politische Polizei von den Lieferanten für Labor- und Industriechemikalien verlangte alle neuen Kunden zu melden, genau so wie es Lieferanten für Sprengstoffe tun mußten. Gerade diese Art der Überprüfung wollte ich möglichst vermeiden. Deshalb habe ich bei WFC nachgefragt und herausgefunden daß einer unserer "Legalen" in Silver Spring ein kleines Galvanisierungsunternehmen hat und dieser konnte von seinem regulären Lieferanten bestellen was ich brauchte. Ich werde das Zeug am Montag bei ihm abholen.

Aber die Uhren! Ich wußte genau was ich für unsere Zeitzünder brauchte und ich wollte genügend von einer bestimmten Sorte haben, so daß die Zeitschalter standardisiert werden konnten, einmal, um sie rationell herzustellen und zum zweiten ihr präzises Verhalten bei der Anwendung zu kennen. So haben Katherine und ich gestern in Nordost-DC die Uhren aus einem Warenlager geraubt, wobei wir 200 Stück erbeuteten.

Es hatte zwei Tage gedauert bis ich durch herumtelefonieren genau die Uhren ausfindig machte nach denen ich Ausschau hielt. Dann mußten sie von Philadelphia zum Lager in Washington geschickt werden. Ich sagte dem Mann in Washington daß ich die Ware dringend benötigte, und sofort jemand mit einem von der Bank garantierten Scheck über $ 12000.- hinschicke um sie abzuholen. Er sagte, sie würden für mich im Büro beim Eingang bereitgehalten. Und so war es auch.

Ich hatte Bill mitnehmen wollen, aber der war die ganze Woche durch Arbeit im Laden angebunden und außerdem wollte Katherine gern mitgehen. Das Mädel ist erfüllt von einer wilden Entschlossenheit, die niemand in ihr vermutete, der sie nicht gut kannte.

Zuerst machte Katherine unser Make-up, um meine Identität als "David Bloom" und ihre eigene zu wahren. Das ist ja eine verzwickte Sache mit meinen verschiedenen Identitäten. Ich habe fast vergessen wer Earl Turner ist, und wie er eigentlich aussieht!

Dann mußten wir uns ein Fahrzeug klauen. Das dauerte nur einige Minuten, wobei wir unser gewöhnliches Verfahren anwendeten: Parken des Lieferwagens in einem großen Einkaufszentrum, auf die andere Seite des Parkplatzes laufen, ein unabgesperrtes Auto suchen und einsteigen. Ich verwendete dann einen kleinen Bolzenschneider um das Kabel zum Zündschalter unter dem Armaturenbrett durchzuschneiden; danach war es eine Sache von ein paar Sekunden um den richtigen Draht im Kabel zu finden und die Verbindung herzustellen.

Ich hatte gehofft, es würde im Lager nicht zur Gewaltanwendung kommen, aber dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung. Wir stellten uns dem Manager vor und erkundigten uns nach dem für uns bestimmten Paket. Er fragte uns nach dem bankgarantierten Scheck. "Ich habe ihn" sagte ich, "und ich werde Ihnen diesen sofort aushändigen, sowie ich festgestellt habe daß es die Uhren sind, welche ich bestellt habe."

Mein Plan war, die Uhren an mich zu nehmen und einfach durch die Tür hinauszugehen und den Manager nach dem Scheck schreiend stehenzulassen. Aber als der Mann mit unserem Paket zurückkam waren zwei bärenstarke Lagerarbeiter bei ihm, wovon sich einer zwischen uns und die Tür stellte. Die ließen sich auf kein Risiko ein.

Ich öffnete das Paket, kontrollierte den Inhalt und zog die Pistole. Auch Katherine zog ihre Pistole und winkte den Mann von der Tür weg. Aber als sie versuchte die Tür zu öffnen, ging diese nicht auf!

Sie richtete ihre Pistole auf den Arbeiter und der sagte schnell: "Die müssen zum Öffnen der Tür den Knopf im Büro drücken."

Ich wirbelte herum zum Manager und fauchte ihn an, "Mach diese Tür sofort auf oder ich bezahle dir die Uhren mit heißem Blei!" Aber ehe ich reagieren konnte flitzte er behende durch einen anderen Eingang aus dem Büro in die Lagerhalle und knallte dabei eine schwere Eisentür hinter sich zu.

Dann befahl ich der weiblichen Angestellten am Schreibtisch den Knopf für den Türöffner zu drücken. Sie saß jedoch weiter da, steif wie eine Statue mit vor Schrecken aufgerissenem Mund.

Ich fühlte daß die Lage für mich verzweifelt wurde, und entschied mich das Türschloß wegzuschießen. Um das zu schaffen brauchte ich vier Schüsse, weil meine nervöse Hast meine Treffsicherheit minderte.

Wir rannten dann zum Auto, aber der Lagerverwalter war bereits da. Der Mistkerl war dabei, die Luft aus unseren Reifen herauszulassen!

Ich knallte ihm den Lauf meiner Pistole auf seinen Kopf, was ihn der Länge nach in den Schotter hinhaute. Glücklicherweise hatte er nur bei einem Reifen teilweise die Luft herausgelassen und man konnte das Auto noch fahren. Katherine und ich verschwendeten keine Zeit mehr um von dort wegzukommen.

Was für ein Leben!

Erst am Nachmittag, nachdem ich den ersten Zeitschalter montiert und geprüft hatte, war ich davon überzeugt daß die schicken Uhren, die ich haben wollte, den Ärger den wir gehabt hatten wert waren. Der neue Schalter funktioniert perfekt; er stellt jedesmal einen positiven und nieder-ohmigen Kontakt her, und ich bin sicher, dadurch den bisherigen Prozentsatz von Fehlzündungen praktisch auf Null runterzusetzen.

Ich war auch in der Lage Bills UV-Prüfeinheit zum funktionieren zu bringen, und er wird am Montag die ersten Geldscheine drucken können, sobald ich die Farbzusätze abgeholt habe. Sein Erzeugnis wird nicht perfekt sein, aber doch dem Orginal so ähnlich daß die Scheine sicher durch die Kontrollen bei allen Standard- Überprüfungen kommen, welche von den Banken verwendet werden um Fälschungen zu entdecken. Um festzustellen daß mit ihnen etwas faul ist, müßte man sie in einem Laboratorium untersuchen lassen.

Auch habe ich drei verschiedene Bombenmechanismen fertig konstruiert, welche durch jede Röntgenkontrolle gehen sollten ohne Verdacht zu erregen. Eine davon paßt in einen Regenschirmgriff, mit Batterien, Zeitschalter und allem anderen was dazu gehört. Der Schirmstock kann mit Thermit (Gemisch aus Aluminiumpulver und Eisenoxyd, meist zum Schweißen verwendet) gefüllt werden wenn man einen Brandsatz haben will, oder der Griff kann abgenommen werden und als Sprengkapsel verwendet werden. Eine andere Zeitschalter-Sprengkapsel-Kombination wird in ein Taschentransistorradio eingebaut (diese kann auch durch ein frequenzcodiertes Signal gezündet werden). Dritte Möglichkeit: eine elektronische Armbanduhr mit der Sprengkapsel und dem Treiber in das Armband eingegossen und mit der Zündung durch die Batterie der Uhr. Natürlich muß in jedem Fall die Masse der Explosivstoffe separat vor Ort gebracht werden, aber die können auf verschiedene Art und Weise getarnt werden, zum Beispiel in irgendwelchen aus Gips gegossenen vertraut aussehenden Objekten, die sogar im richtigen Farbton bemalt werden können.



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